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Paramount Pictures/ Wissenschaftliche Gesellschaft zur Förderung der Parapsychologie e. V; Collage: Martin Haldenmair Paranormal Activity 4

 

Paranormal Activity 4: "Spuk  ist  etwas  Positives"

Warum wollen wir uns füchten, warum funktioneren Gruselfilme wie "Paranormal Activity"? Und gibt es Geister vielleicht doch. Zum Kinostart von "Paranormal Activity 4" erklärt uns Parapsychologe Walter von Lucadou, was es mit Spuk wirklich auf sich hat.

Von Martin Haldenmair

"Paranormal Activity" war 2007 ein Überrschungserfolg. Der minimalistische Streifen brachte mit einfachen Mitteln ganze Kinosäle zum Kreischen. Fortsetzungen mussten folgen - und die konnten gar nicht mehr ganz so innovativ sein. Wie wir schon beim letzten Film festgestellt haben, geht es mehr darum, den Streifen gemeinsam zu erleben, als sich wirklich zu fürchten. Doch bringt das Konzept in uns immer eine Saite zum Schwingen. Als fragen wir uns, was denn eigentlich dran ist an Spuk und Spukgeschichten. Praktischerweise gibt es in Deutschland tatsächlich ein parapsychologisches Beratungsinstitut. Mit anfänglicher, leichter Skepsis und der glücklicherweise unbegründeten Furcht, man werde uns einen Traumfänger verkaufen, fragen wir den Leiter der Stelle, was er von Gruselfilmen hält.

"Das ist so, als würden Sie eine Gerichtsmediziner fragen, ob er sich gerne Splatterfilme anschaut," meint er zunächst. Für das Gespräch zu den Filmen hat er sich jedenfalls alle verfügbaren Teile der erfolgreichen Gruselserie angeschaut. Also los geht's, Film ab, Gespräch läuft.

MAX Online: Warum wollen wir uns überhaupt gruseln?

Walter von Lucadou: Es gibt so etwas wie eine Art Angstlust. Ich habe Angst, sitze aber im sicheren Kinosessel, das ergibt ein verstärktes Sicherheitsgefühl. Ich weiß, wäre es eine wirkliche Situation, wäre es schrecklich, aber ich bin sicher. Das hat fast so etwas wie eine therapeutische Wirkung. In der Psychotherapie sagt man daher auch, dass sich traumatisierte Menschen mit Ängsten auseinandersetzen müssen. Also obwohl manche Leute im Gruselfilm schreien, kann er eine therapeutische Wirkung haben - muss er aber nicht. Immer dann, wenn sich in einem Film jemand zu sehr mit dem Geschehen innerhalb des Films identifiziert und nicht mehr realisiert, dass er im Kinosessel sitzt, kann ein Film traumatisierend wirken.

Und was ist hier gruselig?

Von Lucadou: Was da die Leute gruselt ist, dass sie sugeriert bekommen, dass sei so passiert. Es ist eine Pesudodokumentation. Ohne Kommentare, nicht mal mit mit viel Story. Der erste Film dieser Art war, glaube ich, "Blair Witch Project".

Spannend finde ich, dass aufgegriffen wird, was allgemein verbreitet ist: Überwachung. Das macht den Leuten Angst und ist daher prädestiniert, in einem Gruselfilm thematisiert zu werden. Der starre Blick der Kamera macht einen guten Gruseleffekt oder eben, wenn sie nicht natürlich, sondern mechanisch bewegt wird.

Beim ersten Teil ist der Kniff, dass der Dämon dadurch gerufen wird, dass er beobachtet wird.

Von Lucadou: Ja und die Geschichte läuft: Der Freund will den Dämon beobachten, sie will das nicht und die Botschaft ist: Dadurch kommt er. Später kommt ja der Film im Film vor. Es geht darum: Wie gehe ich mit Dokumentationen um? Das finde ich sehr zutreffend. Was ich als Fachmann unrealisitisch finde, das ist die dämonologische Interpretation. Das macht den Leuten natürlich Angst, mir nicht.

Sie haben keine Angst vor Dämonen?

Von Lucadou: Die Interpretation, hinter Spuk steckten Dämonen, hat nichts mit der Realität zu tun.

Was ist es in der Realität?

Von Lucadou: In der Realität kommen Polterphänomene vor. Das treffen die Filme sehr gut, besonders in Nummer 3 das Pochen und Schlagen. Ob das zu Stande kommt, weil jemand auf die Kamera klopft oder weil jemand herumläuft - dass das offen bleibt, das ist ganz gut, ganz realistisch. Am Ende muss ein Gruselfilm natürlich was Gruseliges zeigen.

Dämonen gibt es nicht, aber Polterphänomene?

Von Lucadou: Ja, dass Dinge herunterfallen, dass totale Unordnung entsteht, das kommt vor. Ich bin schon in Wohnungen gestanden, die sahen so aus wie die in "Paranormal Activity 3".

Und wenn es bei mir zu Hause plötzlich pocht und schlägt?

Von Lucadou: Erst mal Ruhe bewahren. Die Leute sollen ein Tagebuch führen, also tatsächlich beobachten, aber um das Problem zu finden. Wir sagen den Betroffenen, dass sie keinen Exorzismus machen sollen oder so was, das hilft nicht weiter. Die dämonologische Interpretation soll dem Zuschauer Angst machen, in der Realität ist das keine Hilfe. Jemand, der schon Angst hat, braucht nicht noch mehr Angst.

Was ist es in der Realität?

Von Lucadou: Spuk ist im Grunde genommen etwas Positives. Wir können heute sagen, ein Spuk ist so etwas wie eine psychosomatische Reaktion. Sie findet nur nicht im eigenen Körper statt. Bei psychosomatischen Phänomenen bekommen Leute Asthma oder Rückenschmerzen und der Arzt kann im ersten Moment nur feststellen, dass sie gesund sind. Die Ursache ist ein anderes Problem. Das Positive am Spuk ist, dass er aufhört, wenn man das Problem findet und behebt.

Also der Mensch, bei dem es spukt löst diesen Spuk aus?

Von Lucadou: Unbewusst natürlich. Die krankmachenden Energien, mentale Energien, wenn Sie das so formulieren wollen, werden nach Außen geleitet. Ähnlich wie bei einem Blitzableiter kann so dem Körper nichts passieren und die Leute werden nicht verrückt. So ist Spuk etwas Positives und das muss man den Leuten erst sagen. In Gruselfilm ist er immer was Zerstörerisches. Das ist das Unrealistische.

Heißt das, die Leute gehen schlafwandeln?

Von Lucadou: Wenn man das wüsste, wär's gut. In den Filmen wird es ja auch durchgespielt, dass manche schlafwandeln. Manche haben ein Problem, über dass sie nicht reden wollen. In der Realität aber ist der Spuk schon noch ein Rätsel.

Mehr von den anderen Filmen dier Reihe lesen Sie auf den Folgeseiten

Weiterführender Link: Filmseite zu "Paranormal Activity 4"
Homepage der Parapsychologische Beratungsstelle

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Leser-Kommentare (3)
Ak47 (21.11.11 - 07:09)
Neeeee

Der film ist absolut schlecht. 45 minuten passiert ma nix ausser knallen und erdbeben. Dann 2 versuche zu schocken. Kinoeintritt umsonst bezahlt. Für mich die goldene Himbeere.

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