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Von Kerstin Kotlar

Dass das Showgeschäft schnelllebig ist, hat sich gerade wieder bewiesen. Eben noch die Negativauszeichnung schlechthin mit der goldenen Himbeere jetzt folgte der höchste Preis auf dem Fuße. Die 82. Oscar-Verleihung war eine Spitzenshow, die ihrem Namen wieder Ehre machte.

Gold-Premiere

Sandra Bullock war noch nie für den Academy Award nominiert und landete gleich einen Treffer. Für die Rolle der Innenarchitektin Leigh Anne Tuohy in "The Blind Side" wurde die charmante Brünette mit dem Oscar als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Eine weitere Premiere gab es beim Regie-Oscar, der sogleich die Überraschung des Abends war: Kathryn Bigelow gewann als erste Frau in dieser Kategorie. Mit ihrem Kriegsfilmdrama "The Hurt Locker - Tödliches Kommando" räumte die Amerikanerin außerdem fünf andere Oscars - auch den begehrtesten Film-Award - ab und verwies damit den großen Favoriten "Avatar" in den Königsdisziplinen auf seine Plätze. "Avatar" spielte an den Kinokassen weltweit inzwischen mehr als zweieinhalb Milliarden eine - "The Hurt Locker" in sieben Monaten nur etwas mehr als 16 Millionen Dollar. Sensationell wie ein kleiner Film über den Gigantstreifen siegte. Und Bigelow über ihren Ex-Mann James Cameron.

Weniger überraschend, aber genauso verdient, war die Trophäe als "Bester Nebendarsteller" für Christoph Waltz und seine herausragende Darstellung in Tarantinos "Inglourious Basterds". Zum ersten Mal seit 1961 (Landsmann Maximilian Schell) gab es damit einen deutschsprachigen Gewinner eines Schauspiel-Oscars. Da fühlen wir uns Österreich doch sehr nahe. Seine Kollegin in Sachen "Beste Nebendarstellerin" Mo'Nique räumte mit ihrer ersten Nominierung für "Precious" ebenfalls den goldenen Buben ab.

Was lange währt ...

... wird endlich gut für Jeff Bridges. Bereits vier Mal war der Schauspieler nominiert. Mit seiner Rolle als Countrysänger in "Crazy Heart" nahm der Amerikaner das Goldkerlchen dieses Jahr verdient mit nach Hause. George Clooney und Colin Firth hatten in dieser Kategorie das Nachsehen.

Ebenfalls keinen Oscar erhielt der deutsche Film: "Das weiße Band" von Michael Haneke musste sich der argentinischen Produktion "El Secreto de Sus Ojos" ("Das Geheimnis in ihren Augen") von Regisseur Juan José Campanella geschlagen geben. Das Krimidrama wurde als "Bester fremdsprachiger Film" ausgezeichnet.

Ein ausgezeichnetes Fazit lässt sich so zu diesen Oscars ziehen: Die schlechten Einschaltquoten aus dem letzen Jahr sind vergessen. Es gab Glitzer-Kleider im Überfluss, verdiente Sieger und eine Gala mit glanzvollen Höhepunkten. Kurz: Sie wurden ihrem Rang als bedeutendste Veranstaltung im Filmgeschäft wieder gerecht.

Die Sieger auf einen Blick:

Bester Film: "Tödliches Kommando - The Hurt Locker"

Beste Hauptdarstellerin: Sandra Bullock ("The Blind Side")

Bester Hauptdarsteller: Jeff Bridges ("Crazy Heart")

Beste Nebendarstellerin: Mo´Nique ("Precious")

Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz ("Inglourious Basterds")

Beste Regie: Kathryn Bigelow ("Tödliches Kommando - The Hurt Locker")

Bester animierter Film: "Oben"

Bester nicht englischsprachiger Film: "El Secreto de Sus Ojos" (Argentinien)

Bestes Originaldrehbuch: Mark Boal ("Tödliches Kommando - The Hurt Locker")

Bestes adaptiertes Drehbuch: Geoffrey Fletcher ("Precious")

Beste Kamera: Mauro Fiore ("Avatar")

Bester Schnitt: Bob Murawski und Chris Innis ("The Hurt Locker")

Bestes Kostümdesign: Sandy Powell ("The Young Victoria")

Bester Ton: Paul N.J. Ottosson und Ray Beckett ("Tödliches Kommando - The Hurt Locker")

Beste Toneffekte: Paul N.J. Ottoson ("Tödliches Kommando - The Hurt Locker")

Bestes Make-up: Barney Burman, Mindy Hall und Joel Harlow ("Star Trek")

Beste Spezialeffekte: Joe Letteri, Stephen Rosenbaum und Andrew R. Jones ("Avatar")

Die Trailer der Oscargewinner sehen Sie hier, wer noch nominiert war, sehen Sie hier.

Freuen Sie sich mit den jubelnden Siegern in der Bildergalerie!

Die schönsten Roben der Stars sehen Sie auf AMICA!

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Leser-Kommentare (2)
Texasranger (25.02.08 - 15:12)
No country...

...for old men hat es wirklich verdient. Hut ab vor den Coen Brüdern und Javer Bardem, für dieses epische Meisterwerk...

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