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Von Markus Weiß

Blutrünstige Killer in "No Country For Old Men", gewalttätige Ölbohrer in "There Will Be Blood" und metzelnde Friseure in "Sweeney Todd". "Ich danke Gott für Teenie-Schwangerschaften", scherzte Moderator John Stewart noch zu Beginn der Oscar-Verleihung und meinte damit den Film "Juno", der als einzige Komödie ins Rennen um den Titel als bester Film ging. Gegen die harte Konkurrenz hatte der Streifen jedoch keine Chance. "No Country For Old Men" wurde Sieger in der Königskategorie der Academy Awards.

Alle wollen Oscar

Nach langen Zitterpartien wegen des Autorenstreiks war das Wettrennen um den Oscar am Ende so spannend wie immer - trotz seiner achtzig Jahre. Wer sagt schließlich, dass in Hollywood nur Junggesellen begehrt sind? Allein in den Hauptkategorien kämpften zwanzig Schauspieler darum, mit dem alten Knaben ein Zimmer zu teilen.

Tilda Swinton und Javier Bardem gehören unter anderem zu den glücklichen Gewinnern des Abends. Dabei hat Swinton laut eigener Aussage bereits einen Agenten, der von Kopf bis Hintern das menschliche Double des Oscars ist - gut, die kleine Variante passt sicher besser in die Vitrine. Auch Daniel Day-Lewis und Marion Cotillard wurden als Darsteller ausgezeichnet und kamen in den Genuss, sich vor knapp einer Milliarde Menschen innerhalb von dreißig Sekunden bei allen zu bedanken, die ihnen zu dem Preis verholfen haben. Das war wie jedes Jahr für die Stars das größte Problem.

Spanisches Dankeschön

Wer bei den Oscars mehr als dreißig Sekunden für die Dankesrede braucht, wird gnadenlos von der typischen Oscar-Musik rausgekehrt. Ein Vorteil, wenn man sich wie Javier Bardem in rasend schnellem Spanisch bei seiner Mutter bedanken kann, die den Film-Killer zur Verleihung begleitet hatte. "Ich denke, er hat ihr den Weg zur Bibliothek erklärt", übersetzte John Stewart, der bei seiner zweiten Oscar-Moderation endlich zu Höchstform auflief.

Es war eine sehr internationale Verleihung, bei der nicht nur ein Oscar die Reise über den großen Teich antrat. Spanien, Italien, Frankreich erhielten Auszeichnungen. Und Österreich mit "Die Fälscher" als "Bester ausländischer Film", an dem auch Deutschland beteiligt gewesen ist. Die Academy schaute diesmal weit über den amerikanischen Tellerrand. Wer hätte gedacht, dass die Französin Marion Cotillard für ihre Darstellung der Edith Piaf Hollywood-Größen wie Cate Blanchett, Laura Linney und Julie Christie aussticht?

Überraschende Gewinner

Daniel Day-Lewis, Johnny Depp und George Clooney - das Teilnehmerfeld in der Kategorie "Bester Schauspieler 2008" war hochkarätig besetzt. Im Vorfeld wusste keiner so recht, wer die besten Chancen auf einen Gewinn hat. "Es ist dieses Mal ein völlig offenes Spiel", bemerkte Hollywood-Star John Travolta im Interview. Er hatte Recht.

Gleich mehrere große Filme zählen zu den Verlierern des Abends. Die Romanverfilmung "Abbitte" mit Keira Knightley in der Hauptrolle startete zwar mit sieben Nominierungen, mehr als ein Preis für die beste Filmmusik war am Ende jedoch nicht drin. Auch der Film "There Will Be Blood" konnte von den insgesamt acht Nominierungen nur zwei Preise mit nach Hause nehmen.

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Leser-Kommentare (2)
Texasranger (25.02.08 - 15:12)
No country...

...for old men hat es wirklich verdient. Hut ab vor den Coen Brüdern und Javer Bardem, für dieses epische Meisterwerk...

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