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Von Markus Weiß

Von Donnersmarcks Film über die dunklen Hintergründe der ostdeutschen Stasi konnte sich bei der diesjährigen Oscar-Verleihung gegen Konkurrenten wie "Pans Labyrinth" in der Kategorie "Bester ausländischer Film" durchsetzen. Ebenso überrascht wie gerührt dankte Regisseur Donnersmarck dem früheren Schauspieler Arnold Schwarzenegger. Er habe die Worte "Ich kann nicht" aus seinem Wortschatz gestrichen. Bei einer solch emotionalen Rede konnte die mexikanische Konkurrenz nicht enttäuscht sein. Der Märchenfilm von Guillermo del Torro verließ mit insgesamt drei Preisen das Kodak Theatre in Los Angeles.

Nachdem der deutsche Beitrag bei den Golden Globes leer ausgegangen war, sorgte Florian Henckel von Donnersmarcks Film bei der Oscar-Verleihung für eine der kleinen Überraschungen. Immer wieder wird den Academy Awards vorgeworfen, sehr vorhersagbar zu sein, doch in ihrem 79. Jahr bewiesen sie das Gegenteil - auch beim männlichen Nebendarsteller. Alan Arkin ("Little Miss Sunshine") war als Nominierter eher ein Außenseiter, doch er setzte sich gegen Kollegen wie Mark Wahlberg ("The Departed") und Eddie Murphy ("Dreamgirls") durch.

Ein Dankeschön in 30 Sekunden

Weitaus vorhersagbarer war der Sieg von Jennifer Hudson. Für ihre Rolle in der Musicalverfilmung "Dreamgirls" erhielt die Schauspielerin den Preis als beste Nebendarstellerin. Sie hielt neben Donnersmarck eine der wirklich emotionalen Dankesreden. Bei aller Überraschung über die Ehrung schien Hudson das Zeitlimit jedoch völlig vergessen zu haben.

Während sie noch Kollegen, Freunden und Familie dankte, wurde bereits die "Rauswurf-Musik" eingespielt. Denn neben Glamour wird bei den Oscars besonders eines groß geschrieben: Timing! Rund 30 Sekunden haben die Ausgezeichneten Zeit, um den vielen Menschen zu danken, die ihnen diese halbe Minute vor etwa einer Milliarde Zuschauer ermöglicht haben. Das reichte in den seltensten Fällen.

Ausgezeichnete Monarchen

Nach mehreren Anläufen konnte auch Martin Scorsese endlich einen Goldburschen in den Händen halten. Bereits vor der Verleihung scherzte ein amerikanischer Moderator: "Wenn Scorsese keinen Oscar erhält, brennen die Leute vermutlich das Theater nieder." So weit musste es nicht kommen, obwohl Scorsese die Präsentatoren mit einem Lachen bat, den Gewinner-Umschlag noch einmal zu überprüfen.

Sein Film "The Departed" gehörte zu den Abräumern des Abends. Noch drei weitere Trophäen konnte das Korruptions-Drama mit nach Hause nehmen, darunter in der Königskategorie "Bester Film". Selten war das Rennen in dieser Disziplin so unentschieden wie in diesem Jahr. Größte Konkurrenz waren "Babel" und "The Queen".

Als königlich empfand die Academy auch Helen Mirrens Darstellung der Elizabeth II. Sie erhielt, wie zu erwarten, den Award als beste Hauptdarstellerin. Gesellschaft leistete ihr "der letzte König von Schottland". Forest Whitaker wurde für sein Mitwirken in dem gleichnamigen Film um den afrikanischen Diktator Amin ebenfalls mit einem Oscar geehrt - Grund genug für einen Freudentanz.

Den dürfte auch Melissa Etheridge hinter der Bühne aufgeführt haben. Mit dem Lied "I need to wake up" aus Al Gores Film "Eine unbequeme Wahrheit" wies sie die "Dreamgirls" in die Schranken. Die Traummädchen waren insgesamt drei Mal in der Kategorie "Bester Song" nominiert und gingen doch leer aus.

Die von Ellen DeGeneres moderierte Oscar-Verleihung war vor allem eins: gerecht. Es gibt in diesem Jahr keinen Film mit großem Trophäen-Vorsprung. Jeder erhielt ein Stück von der Torte, und wenngleich manche nicht so satt geworden sind, wie sie gerne wären, zufrieden dürfen alle sein.

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Leser-Kommentare (2)
Texasranger (25.02.08 - 15:12)
No country...

...for old men hat es wirklich verdient. Hut ab vor den Coen Brüdern und Javer Bardem, für dieses epische Meisterwerk...

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