Mord ist mein Geschäft: Killer-Klamauk
Ein armensicher Deutscher als italienischer Profikiller, der mit Hilfe von Bud Spencer die Action-Legende Franco Nero umbringen soll - das klingt abenteuerlich, ist aber erst der Anfang einer irrwitzigen Geschichte irgendwo zwischen Pulp-Fiction, Doris Day und Rock Hudson.
Von Michael Suck
Toni (Rick Kavanian) heißt der coole Auftragsmörder, und Toni ist müde. Er mag zwar seinen Job ("gute Bezahlung, flexible Arbeitszeiten"), aber zum wahren Glück fehlt ihm eine Frau. Die trifft er just in dem Augenblick, als er einen Enthüllungs-Autor (Franco Nero) umbringt. Die Traumfrau entpuppt sich als die schusselige Verlagsangestellte Julia (Nora Tschirner), so dass Toni sich gezwungen sieht, die Rolle des Autors zu spielen. Dumm nur: Jetzt wird sein guter Kumpel Helmut (Christian Tramitz) auf ihn angesetzt, da der Mafia-Pate Salvatore die Veröffentlichung des Buches fürchtet - doch das Buch gibt es noch gar nicht.
Film: Drama
Mord ist mein Geschäft, Liebling
von Warner Bros.
Regie: Sebastian Niemann
Besetzung: Rick Kavanian, Nora Tschirner, Christian Tramitz, Franco Nero, Bud Spencer
Kinostart: 26.2.2009
Bewertung: ![]()
So startet ein amüsantes Verwechslungs-Karussell, das so gar nicht an das sonst übliche deutsche Komödien-Einerlei erinnert. Stattdessen toben sich die Bully-Herbig-Buddies Kavanian und Tramitz durch eine geradezu anarchische Screwball-Komödie, bei der auch ehemalige Stars des europäischen Films von der Resterampe geholt werden. Und während Bud Spencer als Tonis väterlicher Ratgeber Pepe weder die Augen noch den Mund richtig aufkriegt, freut sich Farnco Nero sichtlich über seinen theatralischen Auftritt als Super-Ekel.
Hauch der Sechziger-Jahre
Der Aufmarsch der Altvorderen gehört mit zum großen Zitatenschatz, den Regisseur Sebastian Niemann lustvoll plündert. Er selbst gibt unumwunden zu, dass er bei der Inszenierung insbesondere die alten Doris-Day/Rock-Hudson-Komödien im Sinn hatte. Und deshalb gibt es nicht nur den Split-Screen, sondern auch einen Hauch von Sechziger-Jahre Interieur. Daneben hat sich Niemann aber noch bei einigen jüngeren Komödien-Klassikern bedient, insbesondere beim großartigen "Grosse Point Blank", dem Film über ein Klassentreffen mit einem Profikiller. Und so muss sich auch Toni immer in den ungünstigsten Momenten mit seinem Killer-Kumpel Helmut herumschlagen. Tonis Glück: Bei Helmut ruft ständig das "Schatzerl" an - mit der Erkennungsmelodie vom Erdinger Weißbier.
Neben derlei derben Running-Gags kommt aber auch der subversive Humor nicht zu kurz: "Ich weiß die Lösung für all unserer Probleme", sagt etwa der Verlegersohn. "Nein danke, ich trinke nicht mehr", flötet Julia zurück. Nur manchmal liegt der Film neben der Humorspur: Das Töten von Menschen wird zuweilen zu frotzelig auf die Schippe genommen, und auch Nora Tschirner mag man irgendwann nicht mehr in der für sie typischen Rolle als Dummchen von Dienst sehen. Ansonsten bleibt "Mord ist mein Geschäft, Liebling" aber durchweg als temporeicher Feel-Good-Streifen im Gedächtnis, bei dem sogar ein armenischer Deutscher glatt als Italiener durchgeht.
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