Mission: Impossible 4: "Back to the roots"
Am 15. Dezember 2011 kommt der 4. Teil von "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" in die deutschen Kinos. Wir haben die Schauspielerin Paula Patton und ihren Kollegen Simon Pegg sowie den Regisseur Brad Bird vorher getroffen.
Von Simon Heinrich und Susanne Dickel
MAX Online: Wie sind Sie zu "Mission: Impossible 4" gekommen?
Brad Bird: Ich habe zwei Jahre lang versucht, einen anderen Film zu machen und es klappte einfach nicht. Und dann kam J. J. Abrams und hat mir M:I4 angeboten. Er wollte wissen, was ich gerne in einem Agentenfilm sehen würde. Das ist natürlich die Traumfrage an jeden Regisseur.
Simon Pegg: Ich hatte ja das Glück, schon im dritten Teil eine kleine Rolle zu haben. Die hat mir J. J. Abrams ...
... der Regisseur von "MI:3" ...
Simon Pegg: ... nach meinem Erfolg mit "Shaun of the Dead" angeboten. Ich hätte nicht gedacht, dass mir der Film so viele Türen öffnen würde, aber du bist eben nur so gut wie dein letzter Film. Als ich dann gehört habe, dass Brad Bird Regie führt, habe ich mir um das Skript gar keine Gedanken mehr gemacht und einfach zugesagt.
Aber Brad Bird hat vorher ausschließlich Animationsfilme gemacht. Woher wussten Sie, dass er es gut machen würde?
Simon Pegg: Im Grunde gibt es keinen Unterschied zwischen animierten und realen Filmen. Brad musste nur damit umgehen, dass realen Filmen natürlich auch physikalische Grenzen gesetzt sind.
Brad Bird: Ich bin's ja eh gewohnt, jeden Tag mit der Erdanziehungskraft zu kämpfen, also war das kein großes Problem. Man ist schon limitiert, aber animierte Filme versuchen eben nur, die Realität zu imitieren. Der Film hier ist dagegen real.
Also perfekt, wenn man dann einen Tom Cruise als Schauspieler hat, der alle Stunts selbst macht?
Simon Pegg: Ja, der Zuschauer merkt, wenn auch unbewusst, dass die Szenen nicht am Computer entstanden sind. Es erhöht die Spannung, man hat Angst um ihn. Wir haben‘s live gesehen und kauten vor Angst auf den Fingernägeln und das wird dem Zuschauer genauso gehen.
Würden Sie Ihre Stunts auch gern mal selbst machen wollen?
Simon Pegg: Niemals! Gerade weil ich es mir ansehen konnte, hatte ich wirklich niemals auch nur ansatzweise das Verlangen danach, sowas zu machen.
Paula Patton: Ich auch nicht, ich würde mich niemals außen an ein Gebäude so dranhängen wie Tom.
Wie schwer war es denn für Sie, die Kämpfe im Film zu spielen?
Paula Patton: Es war eine Herausforderung. Jeden Tag haben wir zweieinhalb Stunden Kampftraining gemacht, Martial Arts, Capoeira, Kickboxen ... Am Anfang hatte ich Angst, ob ich mich lächerlich mache oder verletzen könnte. Aber nach einem Monat fiel dann quasi die innere Mauer und es fühlte sich ganz normal an. Durch das Training fiel es mir auch leichter, mich in meine Rolle reinzufinden und mit ihr zu identifizieren. So habe ich es dann auch geschafft, mit Lea Seydoux ...
... die eine Attentäterin spielt ...
Paula Patton: ... so zu kämpfen, dass es echt aussieht. Und nicht nur so, als ob wir uns nur an den Haaren ziehen.
Wieso wendet "M:I4" das alte Muster vom Kalten Krieg an?
Simon Pegg: Solange noch eine nukleare Bombe auf der Welt ist, sind wir alle in Gefahr, wenn sie in falsche Hände gerät. Daher sind die Ängste aus dem kalten Krieg nach wie vor aktuell. Und es hat auch in den letzten Jahren keiner mehr einen Film zu diesem Thema gemacht, von daher fühlt es sich gar nicht so verbraucht an. Es war auch das Thema der Serie aus den 60ern. Wir gehen also back to the roots.
Mr. Bird, was waren Ihre eigenen Ideen für den Film?
Brad Bird: Ich will hier jetzt nichts über den Film verraten, aber sagen wir es mal so: Ich mag es, wenn technische Geräte im Film vorkommen; und noch mehr, wenn diese nicht immer funktionieren. Außerdem wollte ich den Fokus weg von Ethan Hunt und näher zu den einzelnen Charakteren des Teams lenken.
Hatten Sie kein Problem damit, eine Fortsetzung zu machen?
Brad Bird: Nein, Fortsetzungen können großartig sein. Ich liebe zum Beispiel "Mad Max 2", genauso wie "Das Imperium schlägt zurück".
Standen Sie nicht unter Druck, eine ähnliche Leistung wie mit den beiden Oscar-prämierten Animationsfilmen "The Incredibles" und "Ratatouille" abliefern zu müssen?
Brad Bird: Wenn man anfängt darüber nachzudenken und es versucht, ist man schon zum Scheitern verdammt. Um einen guten Film zu machen, sollte er zunächst einmal einem selbst gefallen und hoffen, dass er auch beim Publikum ankommt.
Und wie war es, zum ersten Mal das Drehbuch nicht selbst zu schreiben?
Brad Bird: Um ehrlich zu sein, mag ich es gar nicht, Drehbücher zu schreiben, sondern nur, sie geschrieben zu haben. Der Vorteil ist sicherlich, dass man beim Schreiben schon alle Eventualitäten bedacht hat und es somit beim Dreh wahrscheinlich ein wenig einfacher hat.
Und für Sie gilt ja das Gleiche, Mr. Pegg?
Simon Pegg: Ja, aber solange die anderen Schauspieler wussten, was sie zu sagen hatten und an welchen Stellen sie einsetzen müssten, hatte ich die Freiheit, immer ein wenig zu improvisieren.
Würden Sie gerne auch mal eine ernstere Rolle spielen?
Simon Pegg: Das habe ich ja schon gemacht, zum Beispiel im Theater. Nur leider hat das kaum jemand gesehen. Aber wenn die richtige Rolle kommt und die Zuschauer das sehen wollen, gerne. Leider sieht man an Schauspielkollegen wie Jim Carrey, dass der Weg aus den komischen Rollen heraus auch von den Zuschauern abgestraft werden kann.
Ms. Patton, Sie haben vorher Film studiert und auch bei mehreren Dokumentarfilmen Regie geführt, wollen Sie in Zukunft lieber vor oder hinter der Kamera stehen?
Paula Patton: Davor! Schon als kleines Kind wollte ich Schauspielerin werden und freue mich sehr, dieser Leidenschaft jetzt nachgehen zu dürfen; so lange wie es noch möglich ist. Mein Leben ist gerade unglaublich spannend und ich lebe wie in einer Traumwelt.
Mr. Bird, wollen Sie in Zukunft weiterhin Real- und Animationsfilme drehen?
Brad Bird: Wenn ich Glück habe und die Leute es sehen wollen, dann ja.
Wie sieht es mit einem fünften Teil für "Mission: Impossible" aus?
Simon Pegg: Tom wird sich sicherlich überlegen, einen weiteren Teil zu machen. Ich hatte beim Dreh viel Spaß und wäre mehr als glücklich, wenn ich bei einem weiteren Teil mitspielen könnte.
Paula Patton: Geht mir auch so. Vier Schauspieler in einem Raum, die sich alle gegenseitig mögen, das ist leider ziemlich selten, aber hier war es mal der Fall. Ich hoffe also, dass es klappt.
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