Das Leuchten der Stille: Brief und Liebe
Liebe als Sommerromanze am Strand ist einfach, Liebe in einer Fernbeziehung mit einem Soldaten ist schwer. Lasse Halmström verfilmt Nicholas Sparks' Roman über die harte Bewährungsprobe einer Beziehung.
Von Martin Haldenmair
Eine unbedachte Bewegung auf dem Steg und Savannah Curtis' (Amanda Seyfried) Handtasche fällt ins Wasser. Doch schon springt ein junger Mann wie ein Delfin in die Wellen und holt sie ihr herauf. Der Gentleman heißt John Tyree (Channing Tatum), sieht gut aus und stellt sich im Gespräch mit ihr so liebenswert ungeschickt an, dass sie ihn einfach wiedersehen muss. Und ehe es sich die beiden versehen, sind sie verliebt und nicht nur auf dem Niveau einer Sommerromanze, sondern sehr ernsthaft. Auch mit Johns stillem, distanzierten Vater (Richard Jenkins) versteht sich Savannah bald gut, sogar besser als John. Sie vermutet allerdings, dass er nicht einfach nur etwas exzentrisch ist, sondern ein leichter Fall von Autismus sein Verhalten bestimmt.
John hält von dieser Diagnose nichts und nach einem heftigen Streit mit Savannah sieht es zunächst aus, als sei ihre Beziehung zu Ende. Ein Entschuldigungsbrief bringt aber wieder alles ins Lot und startet gleichzeitig eine Tradition zwischen den beiden: ständiger Briefwechsel. John ist nämlich Mitglied der Special Forces und muss noch ein Jahr Militärdienst ableisten. So sind die beiden, als der Sommer zu Ende geht, zwar voneinander getrennt, doch im ständigen Briefkontakt.
Ewig geht das aber nicht gut. Der amerikanische Originaltitel "Dear John" deutet es schon an, ein "Dear-John"-Brief ist in der Umganssprache einer, in dem man mit jemandem Schluss macht. So enthält Savannahs letzter Brief eine Botschaft, die John den Boden unter den Füßen wegzieht, sie trennt sich von ihm. Deprimiert will sich John in sein Schicksal fügen, doch noch gibt es Hoffnung und seine Beziehung zu seinem Vater spielt dabei eine große Rolle.
Über die Geschichte der getrennten Liebenden kann man geteilter Meinung sein: so viele gute Menschen - John ist Patriot, Gentleman und eine treue Seele, Savannah ist einfühlsam und engagiert sich sozial - sieht man selten in modernen Filmen. Mit Lasse Halmström steht ein erfahrener Regisseur am Ruder, der einen guten Blick für die Details einer Beziehung hat. So ist Traummann John eben nicht immer perfekt, sondern auch mal tollpatschig und die selbstsichere Savannah muss manchmal um Worte ringen.
Nur bei MAX zu sehen: Am 6. Mai startet "Das Leuchten der Stille" in den Kinos. MAX zeigt schon jetzt einen Ausschnitt des Films. Rechts in der Spalte zu finden oder mit einem Klick hier.
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