Kiefer Sutherland: Interview: Kiefer Sutherland alias Jack Bauer
MAX: Herr Sutherland, können Sie sich eigentlich erklären, warum "24" so erfolgreich ist?
Kiefer Sutherland: Mal abgesehen davon, dass das Echtzeitkonzept der Serie neuartig ist, glaube ich, dass sich viele einfach gut mit der Figur Jack Bauer identifizieren können. Der Typ hat eine Menge um die Ohren, reichlich Stress und lebt im ständigen Interessenkonflikt zwischen Job und Familie. Diese Rolle bedeutet mir sehr viel mehr, als mir Geld jemals bieten kann. Sie hat mir vielleicht sogar das Leben gerettet.
MAX: Wie darf man das verstehen?
Sutherland: Nun, bevor ich das Angebot für "24" bekam, war meine Karriere nicht gerade auf einem Höhepunkt. Und auch mein Privatleben war alles andere als geregelt. Ich habe zu viel getrunken, mich in Bars geprügelt und war auch sonst nicht sonderlich stolz auf meinen Lebenswandel. Dank "24" habe ich meinen Weg zurück auf die richtige Spur gefunden.
MAX: Sie meinen, Sie trinken und prügeln nicht mehr?
Sutherland: Natürlich schütte ich mir gelegentlich noch schön gepflegt einen hinter die Binde. Allerdings wesentlich seltener als früher, da ich nachts oft erst sehr spät mit den Dreharbeiten fertig bin. Prügeln tue ich mich allerdings nur noch vor der Kamera, in dieser Hinsicht bin ich abstinent.
MAX: Fühlen Sie sich mit 39 Jahren zu alt für das Ihnen lange angeheftete Image des Bad Boys?
Sutherland: Absolut. Zum Glück wird man mit dem Alter reifer und klüger. Ich hatte ziemlich wilde Jahre, vor allem in meinen Zwanzigern. Es gab Zeiten, da habe ich absolut nichts ausgelassen. Heute brauche ich diesen Lebensstil in diesen Ausmaßen nicht mehr. Ich habe die meisten Laster abgeschüttelt.
MAX: Sie rauchen wie ein Schlot.
Sutherland: Ja, ich habe noch nie aufgehört und werde das auch niemals versuchen. Ich brauche meine tägliche Dosis Nikotin.
MAX: Wie viele Packungen verqualmen Sie pro Tag?
Sutherland: Ein bis zwei gehen schon drauf. Das hängt auch von meiner Stimmung ab.
MAX: Sind Sie ein launischer Mensch? Sutherland: Ich denke schon. Wenn ich schlechte Laune habe, bin ich jedenfalls eine ziemliche Zumutung für meine Umwelt.
MAX: Was bringt Ihre Stimmung auf den Tiefpunkt?
Sutherland: Mein eigenes Benehmen.
MAX: Wie bitte? Sutherland: Manchmal gibt es Momente, in denen ich mich für mein eigenes Handeln echt schäme. Meistens dann, wenn ich zu tief ins Glas geguckt habe und unter Alkoholeinfluss dumme Dinge anstelle.
MAX Zum Beispiel?
Sutherland: Einmal habe ich in einer Bar gestrippt. Peinlich. Und in einem Londoner Hotel bin ich letztes Jahr in einen riesigen Weihnachtsbaum gesprungen und habe ihn samt Schmuck umgeschmissen.
MAX: Das klingt nach reichlich Alkohol. Sutherland: Ziemlich, ich habe anschließend den Schaden bezahlt, und das Hotel hat auch cool reagiert. Aber am Morgen danach plagt mich in solchen Situationen das schlechte Gewissen, weil ich mich frage, was wohl meine Tochter von mir denken wird, wenn sie davon erfährt
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