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Kiefer Sutherland: Keine  Zeit  für  eine  Beziehung?

MAX: Ist Ihre Tochter Sarah nicht einiges von Ihnen gewohnt?

Sutherland: Das ist sie in der Tat. Allerdings habe ich in den vergangenen fünf Jahren weit mehr darauf geachtet, ihr ein vorbildlicher Vater zu sein. Sarah war einer der Hauptgründe, warum ich die Rolle in "24" überhaupt angenommen habe. Sie war 13, als wir die erste Staffel drehten, ein kritisches Alter, mitten in der Pubertät. Anders als beim Film hat mir die Arbeit für die Fernsehserie "24" erlaubt, den größten Teil des Jahres in Los Angeles zu verbringen, wo Sarah bei ihrer Mutter lebt, nicht weit von meinem Haus entfernt. So konnte ich viel mehr Zeit mit ihr verbringen als früher. Ich denke, das war wichtig für sie. Und für mich auch.

MAX: Sie sind als Kind in einer reinen Schauspielerfamilie aufgewachsen. Wie unterscheidet sich Ihr Verhältnis zu Ihrer Tochter von dem, das Sie zu Ihren Eltern hatten?
Sutherland: Nicht sehr, glaube ich. Sarah macht viele Dinge durch, die ich auch erlebt habe. Wenn mein Dad früher zu meinen Baseballspielen kam, haben ihn alle angestarrt, weil er ein bekannter Schauspieler war. Das fand ich einerseits cool, andererseits hat es mich aber auch oft genervt, weil ich weniger Aufmerksamkeit bekam. Heute ist das nicht anders, wenn ich mit Sarah unterwegs bin. Ich habe mit ihr verschiedene Konzerte von Bands wie Incubus besucht. Grausame Musik übrigens. Wir haben eine sehr innige Beziehung, die manchmal stark geprägt ist vom typischen Generationskonflikt. So wie bei meinem Vater und mir früher auch.

MAX: Wie ist heute das Verhältnis zu Ihrem Vater?

Sutherland: Respektvoll würde ich es nennen. Wir telefonieren gelegentlich, aber im Grunde viel zu selten. Irgendwie seltsam, ich nenne ihn eigentlich fast nie Dad, meistens rufe ich ihn nur "Hey." Das sollte ich wirklich ändern.

MAX: Was bewundern Sie an ihm?
Sutherland: Seinen Stolz. Und seine Bodenhaftung. Als ich meine ersten Filmrollen bekam, gab er mir den Rat, niemals zu denken, man hätte es geschafft. Er sagte immer, das sei der Tod der Kreativität eines Schauspielers. Ich habe nicht auf ihn gehört und bin deshalb böse auf die Fresse geflogen. Ziemlich dumm. Mein Vater hat dennoch zu mir gestanden. Er ist ein unglaublicher Typ, eine aussterbende Gattung. Schade, dass ich als Kind nicht mehr Zeit mit ihm verbringen konnte.

MAX: Sie waren zweimal verheiratet und sind zweimal geschieden. Ist es schwer, mit Ihnen unter einem Dach zu leben?
Sutherland: Einfach ist es sicher nicht. Ich bin ein dominanter Mensch und brauche gewisse Dinge in einer gewissen Ordnung. Ich denke, das Thema Ehe ist für mich durch. Mein Leben besteht in erster Linie aus Arbeit. Da bleibt nicht viel Zeit für eine vernünftige Beziehung. Aber das ist meine Entscheidung.


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