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Disney John Carter

 

John Carter: Trip  zum  Mars  in  3D

Sie überlegen sich, einen Trip mit der John-Carter-Mars-Tour zu machen? Hier ein Reise-Überblick, was Sie erwartet, wenn Sie für "John Carter" ins Kino gehen: Sie dürfen wieder Kind sein und ein Abenteuer genießen - wenn sie nicht zu sehr drüber nachdenken.

Von Martin Haldenmair

Das Ziel: Der Mars aus einem Groschenroman - in 3D

Film: Science Fiction

John Carter - Zwischen zwei Welten

Andrew Stanton

Kinostart: 8. März 2012

Beschreibung: 132 Minuten, 3D
Mit: Taylor Kitsch, Lynn Collins, Willem Dafoe, Mark Strong,

Bewertung:


"John Carter" bringt sie zum Mars. Aber nicht zum Mars, wie ihn die langweilige Nasa untersucht. Sondern zum Mars, wie ihn vor hundert Jahren der Erfinder von Tarzan, Edgar Rice Burroughs, in der "Barsoom"-Romanreihe beschrieb. "Barsoom" ist der Name der Marsianer für den Mars, es ist eine Wüstenwelt mit Städten, die zu veiele Türme haben, anderen Städte, die übers Land kriechen, menschenähnlichen Marsianern in den Städten und grünhäutigen, vierarmigen kriegerische Nomaden außen rum. Kurz: Der wilde Westen in Rot und mit Flugmaschinen. Dieser Mars sieht echter aus, als der Nasa-Mars: als Kulisse dienten Wüstenlandschaften in Utah (es ist also nicht alles aus dem Computer) ergänzt um detaillverliebte Fantasie-Objekte. Wer einen Trip nach Barsoom machen will, sollte also sein Astronomie-Wissen zu Hause lassen und auch etwaigen Hang, zu logisch zu analysieren. Die John-Carter-Tour ist nur dafür da, ganz unschuldig einen Groschenroman in bester Technik zu genießen.

Die Tour: Wüste, Bürgerkrieg, fiese Viecher und ein schönes Mädchen

Am Anfang ihres Trips kann es zu einem Gefühl des Schwindels und des Verwirrtseins kommen. In der ersten Viertelstunde durchqueren wir nämlich zwei Rahmengeschichten: Zunächst lernen wir John Carter in New York kennen, erfahren aber gleich dass er tot ist und folgen seinem Neffen, wie er dessen Aufzeichnungen findet. In diesen Aufzeichnungen geht es zunächst um Carters Abenteuer in Arizona (Goldsuche, Kavallerie, Indianer), die dazu führen, dass er auf eine fremde Welt geschleudert wird, die er den Rest der zwei Stunden Film erforscht.

Auf der fremden Welt Barsoom (also unser Mars) liegen zwei Städte im Krieg: Helium und Zodanga. Der Anführer von Zodanga (Dominic West) hat von einer dritten Partei, den Therns eine Superwaffe bekommen, mit der er den ganzen Mars erobern und Helium in die Knie zwingen kann. Der Anführer von Helium (Cíaran Hinds) willigt daher in eine politische Ehe zwischen ihm und seiner Tochter ein. Die Tochter mit dem tollten Titel Prinzessin von Helium und dem tollen Namen Dejah Thoris (Lynn Collins) hält davon aber nichts, hat sie doch gerade eine Maschine erfunden, die eine neue Energiequelle nutzt und die alles irgendwie ändern könnte (keine Angst, dieser Aspekt spielt keine Rolle für den Rest der Geschichte). Sie macht sich mit einem Luftschiff davon, das aber über der Wüste abgeschossen wird. Aus der Luft fällt sie (endlich) in die Arme John Carters. Der wurde von den vierarmigen Tharks als nützliche Kämpfer aufgenommen, da er in der reduzierten Schwerkraft des Mars' sehr hoch springen kann.

Die Prinzessin ist nach einem guten Blick auf den muskulösen Oberkörper (Herrenhemden gibt es auf dem Mars nicht) überzeugt, eine noch bessere Energiequelle gefunden zu haben und will Carter dazu gewinnen, auf Heliums Seite zu kämpfen. Der hat andere Pläne, aber der Marskrieg kommt dazwischen, denn... ach was soll's!Im Grunde geht es darum: Kriegt der Junge am Ende die Prinzessin? Auf dem Weg dorthin warten beeindruckende Landschaften und Kämpfe am Boden und in der Luft. Mehr müssen Sie doch gar nicht wissen.

Ihre Reiseführer

John Carter wird gespielt von Taylor Kitsch. Das ehemalige Model ist erst seit kurzem auf dem Schauspielmarkt und erntete in "The Bang Bang Club" gute Kritiken. In "John Carter" raspelt er seine Sätze mit dem tiefen Timbre einer Zigarettenwerbung und offenbar wirkt der Wüstenwind Wunder für sein Haar, das umso seidiger weht, je verfahrener die Lage ist. Er führt Sie durch die wilde Welt von Barsoom - und glücklicherweise immer wieder mit einem notwenigen ironischen Seitenblick aus der Leinwand heraus. Carter ist kein großer Redner und im Originalroman ein ziemlich langweiliger Alleskönnerheld, Kitsch macht ihn mit kleinen Gesten menschlicher und sympathisch. Lynn Collins' Prinzessin schwankt ein wenig zwischen Actiongirl, Wissenschaftlerin und beschützenswerter Dame - und manchmal verschwindet die Schauspielerin hinter ihrem Kostüm (oder dem Mangel daran).

Treffen Sie die Einheimischen!

Ähnlich wie "Avatar" sind ein Teil der Figuren Computergestalten, die die Gestik und Mimik ihrer Schauspieler nachzeichnen. Hier sind es die Tharks, große, grüne, vierarmige Gestalten mit etwas merkwürdig dünnen Gliedmaßen. Willem Dafoe spielt einen der Anführer dieser grimmigen Kerle. Unter dem ganzen CGI sieht man ihn im Grunde nicht mehr, aber es dürfte dennoch einen Wert haben, einen hervorragenden Schauspieler wie ihn für so eine Rolle einzusetzen, denn oft fehlt es den Unerfahrenen an der Fantasie, um überzeugend vor einer grünen Fläche spielen zu können. Außerdem zieht Dafoes überschwängliche Art der Darstellung die anderen Schauspieler mit und wertet die Szenen auf. Die Computer-Tharks bekommen so eine Seele.

Unsere Reiseempfehlung:

Der Trip ist mit über zwei Stunden ziemlich lang und mit 3D-Brille entsprechend teuer. Machen Sie ihn nicht alleine, sondern zusammen mit guten Freunden, die Lust auf Spektakel haben, auf eine Geschichte voller gut aussehender Helden und großer Effekte. Machen Sie den Trip nicht, wenn Sie danach zuviel darüber nachdenken wollen - dafür ist auf Barsoom, dem Planet der Kriege keine Zeit.

Was Taylor Kitsch zu seiner Rolle und zum Dreh zu sagen hat, sehen Sie in unserem Featurette mit John Carter.

In unserer riesigen Bildergalerie sehen Sie mehr von den Abenteuern auf dem Mars in "John Carter".

Weitere Einblicke finden Sie in unserer Videogalerie zu "John Carter".

Was sonst in den Kinos startet und gerade läuft, sehen Sie in unserer Galerie die Kinotrailer.

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