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Der Hobbit: Eine  unerwartete  Reise

Teil eins der Hobbit-Triologie setzt technologisch neue Maßstäbe, die einige Zuschauer zum Kotzen finden. Die meisten werden das Fantasy-Epos aber lieben, denn der Auftakt macht Lust auf mehr.

Die Reise beginnt tatsächlich unerwartet. Rucksack, Laptop und Handy abgeben, dann durch die Sicherheitsschleuse, nochmal abtasten lassen, dann erst ist das Passieren gestattet. Mit einer 3D-Brille in der Hand betreten die Filmkritiker wohlgemerkt keine EL-AL-Maschine nach Israel, sondern einen Kinosaal in München, um den ersten Teil der Hobbit-Triologie - "Eine unerwartete Reise" - zu sehen. Dass die nächsten 164 Minuten etwas Besonderes werden, war auch so klar.

Film: Fantasy

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise

Peter Jackson

Kinostart: 13. Dezember 2012

Länge: 164 Minuten

Mit: Martin Freeman, Ian McKellen, Richard Armitage
FSK: ab 12

Bewertung:


Apropos klar: Während Herr-der-Ringe-Schöpfer Peter Jackson die Handlung einleitet, versuchen sich meine Augen mit der ungewohnten High Frame Rate (48 statt der üblichen 24 Bilder pro Sekunde) in Verbindung mit den 3D-Effekten anzufreunden. Besonders in den superscharfen und schnell geschnittenen Kampfszenen ist der visuelle Overkill schnell erreicht. Die abgetrennten Orks-Köpfe fliegen dem Zuschauer nur so um die Brille. Das wirkt bombastisch, ist aber nicht jedermanns Sache. Angeblich sollen sich deswegen schon Kinobesucher übergeben haben.

Abenteuer-Mission zum Einsamen Berg

Inhaltlich ist die Verfilmung des J.R.R. Tolkien-Romanklassikers schnell erzählt: Der fiese Drache Smaug vetreibt die goldhortenden Zwerge 60 Jahre vor "Herr der Ringe" aus ihrem Heimatreich Erebor. Damit sie zurück zum Einsamen Berg können, versammelt der Zauberer Gandalf eine Mittelerde-Gang aus 13 Zwergen und dem jungen Hobbit Bilbo Beutlin um sich. Angeführt wird der wilde Haufen vom Zwergenkönig Thorin Eichenschild, der zunächst wenig von Bilbos Teilnahme am Abenteuer hält.

Auf dem Weg zur alten Heimat müssen sich die Protagonisten nämlich mit schrecklichen Orks, zähnefletschenden Wölfen, naiven Trollen, Steingiganten und Unmengen an Goblins herumschlagen - da scheint der Halbling keine große Hilfe zu sein. Im Laufe der Geschichte geht eine Verfolgungsjagd in die nächste über, die actiongeladene Dauerhatz wird nur durch einen Zwischenstopp bei den Elfen unterbrochen. Im letzten Drittel des Films macht Bilbo dann erstmals Bekanntschaft mit Gollum und dem sagenumwobenen Ring Saurons - und beweist der Zwergenbande, wie wertvoll der große Mut eines kleinen Hobbits sein kann.

Immer wieder unnötige Längen

Eine kritische Frage muss erlaubt sein: Wie reicht dieser Plot für knapp drei Stunden Fantasy-Film? Die Antwort: gar nicht. Und deshalb zieht sich im "Herr der Ringe"-Prequel mehr als eine Szene unnötig in die Länge. Allein die Vorstellung der 13 Zwerge, die sich zu Beginn des Epos im Auenland einer nach dem anderen in Beutlins Behausung einfinden, dauert geschlagene 60 Minuten. 15 Minuten hätten da auch gereicht, der Rest des fröhlichen Singens wäre als Zusatzmaterial auf der DVD-Edition besser aufgehoben gewesen. Kein Wunder, dass so aus zunächst zwei geplanten Hobbit-Filmen nun drei werden sollen.

Fazit: Wem "Herr der Ringe" gefällt, der wird auch vom Hobbit begeistert sein. Lange genug mussten die Fans auf die Rückkehr nach Mittelerde warten. Bei der technischen Umsetzung neun Jahre nach "Die Rückkehr des Königs" scheiden sich die Geister. Sie ist gewöhnungsbedürftig, aber definitiv State of the Art. Teil eins hätte eine Spur kompakter ausfallen können, unterhaltsam ist er trotzdem allemal. Für Kinder ist das Gemetzel nichts, die Landschaftsaufnahmen sind wieder spektakulär. Hauptdarsteller Martin Freeman überzeugt als junger Beutlin.

Wie es mit den Zwergen, Gandalf, Bilbo, Gollum und dem Ring weitergeht, erfahren wir erst in Teil zwei im Dezember 2013. Neugierig machen vor allem der kurz in Erscheinung getretene, geheimnisvolle Necromancer sowie der bevorstehende Showdown mit dem Drachen. "Ich glaube, wir haben das Schlimmste hinter uns", lautet Bilbos letzter Satz in "Eine unerwartete Reise". MAX glaubt: "Wir haben das Beste noch vor uns." Dafür nimmt man dann auch die übertriebenen Sicherheitsmaßnahmen gerne in Kauf.

Weiterführender Link: Offizielle Seite zum Film "Der Hobbit - Eine unerwartete Reise"
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