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Hübners Avantgarde: Fabian  Hübner  im  Interview

Im Interview gibt Fabian Hübner spannende Details zu seiner Arbeit, zu seinem Leben und zu seiner Einstellung zum Film Preis.

MAX: Worin liegt deine Faszination am Avantgarde-Kino begründet?

Hübner: Oh, da muss man vorsichtig sein, um nicht gleich in die elitäre Schublade mit Leuten, die das Mainstream-Kino grundsätzlich verfluchen, gesteckt zu werden. Mein Filminteresse kennt eigentlich keine Grenzen, und ich sehe mir vom abstrusesten Asia-Trash bis hin zum überhypten Sommerblockbuster alles an.

Wann wurde dir klar, dass dich normale Blockbuster-Produktionen einfach nicht mehr ins Kino ziehen?

Das Arthouse-, Experimental- und natürlich auch das Independent-Kino bringt meistens Werke hervor, hinter denen eine Person oder eine Vision steht. Sie kommen oft von einem Menschen, der das Medium nutzt, um etwas auszudrücken oder zu verarbeiten. Hollywoods Blockbuster stellen kommerziell ausgerichtete Produkte dar. Klar wurde mir das, als ich mit ca. 15 Jahren tränenüberströmt vor dem Abspann von Chungking Express saß.

Kannst du kurz die Arbeit an diesen neun Clips beschreiben?

Kurz gesagt, habe ich in keiner Phase meines Lebens so wenig geschlafen und soviel Gewicht verloren wie in den Monaten als ich "avant*garde" produzierte. Es ist nicht so, dass ich mich für die einzelnen Episoden besonders in die Thematik hineindenken musste. Ich setze mich mit den Regisseuren und ihren Werken eigentlich permanent auseinander.

Hast du die Regisseure danach neu kennengelernt und deine Meinung über die Filme geändert?

Meine Meinung zu den Filmen und den Machern hat sich nicht geändert, nur dass ich jetzt die vorgestellten Werke in der nächsten Zeit nicht mehr sehen will, da ich sie nächtelang im Schnittraum immer und immer wieder vor Augen hatte.

Welcher Regisseur ist deiner Meinung nach der wichtigste für das moderne Kino?

Das auf einen Regisseur zu beschränken, funktioniert meiner Meinung nach nicht. Es sind immer einzelne Versatzstücke unterschiedlicher Regisseure, aus denen Neues geformt wird. Aber es ist schon sehr auffällig, wie viele Elemente aus dem modernen Kino schon bei Godard zu finden waren.

Du bist ja neben dem Film auch an anderen Kunstformen wie zum Beispiel der Fotografie interessiert. Kannst du uns einen Überblick über deine aktuellen Projekte geben?

Designtechnisch konnte ich mir kürzlich mit der Gestaltung eines Vinyl-Covers einen kleinen Traum erfüllen, ein großformatiges Plattencover ist einfach eine tolle Spielwiese. Was das Fotografieren betrifft, ist für Ende des Jahres ein Essay- und Foto-Buch mit dem Titel "Unter der Stadt" in Arbeit, für das ich die Fotografien und sogar ein kurzes Essay liefere.

Was hat es mit der angekündigten Film-Hauptrolle auf sich? Gehst du jetzt selbst unter die Schauspieler?

Mein Interesse vor der Kamera zu stehen war eigentlich gleich Null. Der Film, in dem ich die Hauptrolle übernommen habe, wurde im März/April diesen Jahres in Mexiko abgedreht. Es handelt sich dabei um einen experimentell angehauchten Independent-Film. Wie es aussieht, stört sich also niemand daran, dass ich überhaupt nicht schauspielern kann.

Dein avant*garde-Projekt wurde aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage auf Eis gelegt. Wie siehst du die aktuelle Entwicklung des Journalismus - gibt es überhaupt noch Platz für ambitionierte Alternativ-Projekte?

Schwer zu sagen. Das "auf Eis legen" betraf zum Glück nur die Aktualisierung der Artikel auf der Website, lange nachdem das Videoprojekt abgeschlossen war. "avant*garde" wie es jetzt existiert, ist natürlich brotlose Kunst. Ein solches Projekt umzusetzen, ist auch in einer besseren Wirtschaftslage nicht leicht und setzt eine gute Portion Irrsinn voraus. Es hat mich beinahe meinen gesamten Besitz gekostet, um die Pilot-Folgen zu drehen.


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Leser-Kommentare (3)
Frederic (05.04.10 - 10:27)
@ Christian

Wenn du dir tatsächlich den Beitrag zu Werner Herzog angeschaut hast, was ich anhand deines Beitrags wage zu bezweifeln, wäre dir aufgefallen, dass dabei nicht nur auf die Werke mit Kinski eingegangen wird. Natürlich stehen diese im Vordergrund (vorallem Fitzceraldo) aber das liegt ja zum Teil auch daran, um das Verhältnis zwischen Kinski und Herzog zu verdeutlichen. Was ist daran falsch?

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