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Warner Bros. Gran Torino

 

Gran Torino: Knurren,  spucken,  schießen

Kein Zweifel, "Dirty Harry" ist zurück: wortkarg, rassistisch, die Knarre immer gut geölt. Allerdings ist er jetzt in Rente, sitzt auf der Veranda und knurrt die Nachbarschaft an - bis das erste Blut fließt.

Von Michael Suck

Es ist schon ein wunderschönes Bild, das Clint Eastwood in diesem Alterswerk abgibt: das Bier genauso griffbereit wie das Gewehr aus dem Koreakrieg, mit zusammengekniffenen Augen die Gegend beobachtend. Allerdings muss er jetzt nicht mehr seiner Kampfeinheit beistehen, sondern mimt nur noch den Blockwart seines Viertels. Und er steht auch nicht mehr im Dschungel, sondern nur noch im Vorgarten seines Hauses und taxiert verächtlich die neuen Nachbarn - allesamt Asiaten.

Film: Drama

Gran Torino

von Warner Bros.

Regie: Clint Eastwood
Besetzung: Clint Eastwood, Bee Vang, Ahney Her
Kinostart: 05.03.2009

Bewertung:


Im Grunde ist dieser Mann namens Walt Kowalski aber nur alt, müde und vor allem einsam. Er hat gerade seine Frau verloren, und als einzige Liebe ist ihm nur noch sein Oldtimer geblieben, ein "Gran Torino". Die Pose der rassistischen Kampfsau kann er deshalb nicht lange durchhalten, das wird schon zu Beginn des Films klar. Eastwood macht diesen Schwenk jedoch nicht moralinsauer, sondern mit beißendem Spott: Wenn Walt Kowalski auf seiner Veranda die asiatische Oma von nebenan anknurrt und auf den Boden spuckt, revanchiert die sich prompt mit einem doppelt so großem Sputum.

Harte Schale, weicher Kern

Das nötigt dem verbissenen Veteranen Respekt ab. Als er dann auch noch mehr aus Zufall den Sohn der Nachbarn vor einer Gang rettet, ist er ob der überbordenden Dankbarkeit der asiatischen Gemeinde vollends verblüfft. Langsam, ganz langsam weicht so der harte Charakter-Panzer auf, den sich Walt Kowalski übergezogen hat.

Danach verliert der Film jedoch ein Stück dieser lakonisch gewonnenen Glaubwürdigkeit. Die Sentimentalität gewinnt die Oberhand, zumal sich auch noch der Pfarrer als Gutmensch in den Vordergrund drängt. Und nachdem Walt Kowalski sogar noch den Dirty Harry raushängen lässt und es mit der Gang aufnehmen will, fürchtet man endgültig um die Integrität des Films und seiner Hauptfigur.

Aber Eastwood erweist sich auch dieses mal als alter Fuchs. Als es beinahe so aussieht, als würde die Handlung in einem Showdown a la "Taxi Driver" enden, vollzieht der Regisseur die Kehrtwende. So endet der Film nicht in falscher Sentimentalität, sondern echter Tragik - und trotzdem hat man das gute Gefühl, gerade ein Happy End gesehen zu haben.

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