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Universum Der Auftragslover

 

Filmstarts der Woche: Neu  ab  6.  Januar

Ein neues Jahr beginnt und der Filmexperte guckt wieder jede Woche mit. Nur die interessantesten Filme landen auf der Liste der MAX Filmstarts: Ab dem 6. Januar torpediert ein Experte eine Beziehung - und trifft sich selbst, Gérard Depardieu spielt auf naiv, Cher und Christina Aguilera fetzen sich mit Songs und ein amerikanisches Gericht entscheidet, was obszön ist und was Kunst

Von Martin Haldenmair

"Der Auftragslover"

Das Jahr beginne ich mit einer französischen Komödie - Bonne Année! Der Auftragslover, ein Auftragskiller in Sachen Beziehung: Alex Lippi (Romain Duri) öffnet mit seinem Charme diskret jeder Frau die Augen, dass der Freund an ihrer Seite der falsche ist. Ein meist dankbares Opfer zurücklassend, verschwindet er daraufhin aus ihrem Leben. Sein neuester Auftrag aber ist verzwickt, denn er hat nur zehn Tage Zeit, um der kessen Juliette (Vanessa Paradis) ihren Verlobten madig zu machen. So bald schon ist der Hochzeitsstermin. Er zieht alle Register, doch trifft emotional nur sich selbst. War er bisher immer nur in sein Honorar verschossen, verfällt er diesmal tatsächlich der espritvollen Juliette (er könnte Paradis‘ Zahnlücke auch widerstehen?). Die aber ist - leider leider! - nicht unglücklich in ihrer Beziehung. Das Kino-Debut des Regisseurs Pascal Chaumeil ist zugleich das internationale Comeback von Vanessa Paradis - eine etwas vorhersehbare, aber spritzige Komödie

Zum Trailer von "Der Auftragslover"

"Howl - Das Geheul"

Obszön, pervers, wertlos! Die Reaktionen auf das Gedicht "Howl" des amerikanischen Poeten Allen Ginsberg waren 1957 im prüden Amerika - diplomatisch ausgedrückt - erregt und tendenziell negativ. Schließlich erwähnte der junge Mann Wörter wie - kann ich das schreiben? Achja mit Mut: Wörter, wie "Arsch" und "ficken"! So weit, so entzückend altmodisch - aber ist das Filmstoff? Oh doch, und was für einer! Robert Epstein und Jeffrey Friedman setzen dem Gedicht und seinem Autor ein Denkmal. Geschickt mit einer spannenden Gerichtsverhandlung umrahmt, die entscheiden soll, ob das Gedicht dem (un)mündigen Leser zur Verfügung gestellt werden darf oder nicht. Das Werk selbst erscheint als schräge Animation und wird in schön verrauchten Szenen vorgetragen. Herausgekommen ist eine bissige Abrechnung mit Bevormundung.

Zum Trailer von "Howl - Das Geheul"

"Burlesque"

Und noch ein Wort, dass man nicht sagen darf: Strip-Club. Das nämlich ist die "Bourlesque Lounge" nicht, darauf besteht Eigentümerin Tess (Cher). Stattdessen ist es ein Revue-Theater, in dem die Showgirls in ausgefallenen Kostümen ausgefallen tanzen. Ein gewisser Kitzel ist schon dabei, doch hat der im Laufe der Zeit zu viel Staub eingefangen und Tess hat Finanzprobleme. Auftritt für Christina Aguilera: sie spielt das unschuldige Mädchen aus der Provinz, das die Show auf den Kopf stellen und zum Revue-Star aufsteigen wird. Eine gewisse Patina haftet also auch der Geschichte an, doch der ist gewollt, denn "Burlesque" ist auch eine Verbeugung vor dem Musical. Damit noch eine Warnung: In dem Film stimmen die Schauspieler bei der leisesten Provokation ein Lied an - wer das nicht mag, bleibt der Lounge besser fern. Alle anderen können sich an Chers und Aguileras Stimmen erfreuen und die Tänze genießen.

Sehen Sie hier Trailer von "Burlesque"

"Im Labyrinth der Wörter"

Gérard Depardieu hat die Arbeitswut gepackt. Letztes Jahr wirkte der 62-jährige Liebling des französischen Kinos gleich in sieben Filmen mit und auch sein Drehplan für 2011 ist ähnlich voluminös wie er selbst. Es kann wohl nicht ausbleiben, dass sich die Rollen etwas wiederholen. Spielte er in "Mammuth" einen unbeholfenen, liebenswerten, älteren Mann und in "Small World" einen dementen, liebenswerten, älteren Mann spielt er nun einen einfachen, liebenswerten, älteren Mann namens Germaine. Germaine ist ein ungebildeter Bauarbeiter auf dem Lande, der im Dorfpark eine ältere Dame (Gisèle Casadesus, 92 Jahre alt) kennenlernt, die ihm aus Romanen vorliest. Die Literatur eröffnet ihm eine neue Welt, der bisher einsame Junggeselle verliebt sich in die 90-Jährige und das Dorf steht Kopf. Wie gesagt, es ist nicht ganz neu - aber besser eine alte Geschichte mit guten Schauspielern gut erzählen als umgekehrt. Denn: Depardieu und Cascadeus sind einfach gut.

Zum Trailer zu Im Labyrinth der Wörter"

Szenenbilder der aktuellen Filme finden Sie in unserer Bildergalerie.

Was sonst noch läuft und was demnächst startet, sehen Sie in unserer Galerie der Filmtrailer
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