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Tobis Fair Game

 

Filmstarts der Woche: Neu  ab  25.  November

MAX guckt mit, was neu ins Kino kommt. Jede Woche. Nur die echt sehenswerten Werke werden von unserem Filmexperten auf die MAX-Highlight-Liste katapultiert. Ab dem 25. November kämpft eine Agentin um ihren guten Ruf, ein anhänglicher Sohn torpediert Beziehungen, ein verliebter Junge irrt durch Taipeh und ein Menschenfeind erklärt die Goldenen Regeln, eine Bar zu führen.

Von Martin Haldenmair

"Fair Game"

Die Zeichen auf Krieg: Die Bush-Regierung hat den Irak ins Visier genommen, als angeblicher Unterschlupf für die Al Qaida, regiert vom Lieblingsschurken Saddam Hussein und - natürlich - als Hort ungeahnter Vorräte von Massenvernichtungswaffen. Valerie Plame vom CIA leitet zu diesem Zeitpunkt eine geheime Informantengruppe im Irak, ihr Mann Joseph Wilson ist als Diplomat im Niger aktiv. Er macht seine Meinung publik, der Irak könne aus dem Niger kein spaltbares Material eingekauft haben, wie die US-Regierung behauptet. Und die wahre Identität seiner Frau wird wie zufällig enttarnt. Nicht nur, dass nun die Informanten im Irak um ihr Leben fürchten müssen, Plame und Wilson werden als Verräter der amerikanischen Öffentlichkeit vorgeführt. Das ist leider kein schwacher Entwurf zu einem Spionagethriller, sondern tatsächlich passiert. Glücklicherweise wird das nun verfilmt, mit zwei Spitzenbesetzungen in den Hauptrollen: Sean Penn - offen kämpferisch - als Wilson und Naomi Watts - zurückhaltend aber stark - als Plame. Was für eine Welt, in der Doppelagenten die ehrlicheren Menschen sind - unsere Welt, offenbar.

Zum Trailer von "Fair Game"

"Au revoir, Taipeh"

Natürlich ist es tragisch, wenn jemand unglücklich verliebt ist, aber muss man deswegen ständig schniefige Filme daraus machen? Lakonisch witzig wie in "Au revoir, Taipeh" geht es doch auch, denn mal ehrlich, so tragisch das Verliebtsein auch manchmal sein mag, wir stellen dann schon ziemlich bekloppte Sachen an. Der große Preis für Bekloppte-Dinge-aus-Liebe-anstellen" gebührt dem Taiwanesen Kai (Jack Yao). Um seiner großen Liebe nach Paris nachreisen zu können, lässt er sich gern vom ominösen "Bruder Bao" (Frankie Gao) das Flugticket spendieren. Schließlich muss er vorher nur einen einfachen, unverdächtigen Auftrag erledigen: ein Paket ausliefern. Hinter dem sind aber - so sieht es aus - alle Irren Taipehs her. Einzige Unterstützung erfährt er von der Buchhändlerin Susie (Amber Kuo - endlich mal ein anderer Umlaut als "ao"). Eine wilde Nacht beginnt, an deren Ende sich Kai natürlich fragen muss, ob er wirklich noch nach Paris will.

Zum Trailer von "Au revoir, Taipeh"

"Cyrus - Meine Freundin, ihr Sohn und ich"

Und wieder die Frage: Was sind wir bereit, an bekloppten Dingen mitzumachen für die große Liebe? John (John C. Reilly) hat seine Traumfrau gefunden: Molly (Marisa Tomei). Doch die hat einen Sohn, ein Walross unbestimmten Alters mit Babyface (gespielt vom immerhin 27jährigen Jonah Hill, zuletzt in "Männertrip" gesehen). Fröhlich begrüßt Cyrus, so heißt der Junge (?), seinen neuen Daddy und fährt tückisches, psychologisches Geschütz auf, um ihn in den Wahnsinn zu treiben. Die romantische Komödie stammt von den Newcomern Jay und Mark Duplass, die mit "Cyrus" versuchen, das kauzige Indie-Genre Mainstream-tauglicher zu gestalten. Dabei hätte man das eine oder andere Indie-Klischee vielleicht über Bord gehen lassen, aber einen Blick ins Kino ist das Ergebnis allemal wert.

Sehen Sie hier Trailer von "Cyrus"

"Ein gutes Herz"

Es gibt sie, diese Kneipen, die es nicht geben dürfte. Kneipen, die zuletzt gewischt wurden als der Mopp noch nicht erfunden war. Kneipen, deren Wirt den Eindruck macht, dass er eigentlich gar nichts ausschenken möchte, aber nicht weiß, wie er die ständig wiederkehrenden Stammgäste loswerden soll. Es gibt diese schrecklichen Orte und es fällt schwer, sie zu verlassen. Brian Cox spielt den Wirt so einer Kneipe, den Menschenfeind Jacques. Nach seinem fünften Herzanfall rekrutiert er einen Nachfolger: Lucas (Paul Dano), obdachlos, hoffnungslos gutmütig und zufällig sein Bettnachbar im Krankenhaus. Die Geschichte wurde wohl auch in einer solchen Kneipe nach dem einen oder anderen Gin geschrieben. Monströse Figuren, seltsame Handlungsideen und eine geheimnisvolle Frau (Isild Le Besco) ergänzen den Drink, den der isländische Regisseur Dagur Kári zusammenmixt. Nicht lang dran rumschnüffeln, nicht über das trübe Glas meckern, runter damit!

Zum Trailer von "Ein gutes Herz"

Szenenbilder der aktuellen Filme finden Sie in unserer Bildergalerie.

Was sonst noch läuft und was demnächst startet, sehen Sie in unserer Galerie der Filmtrailer
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