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Reuters Laurent Cantet

 

Filmfestival Cannes: Rückblick:  Abräumer

Überraschung an der Croisette: Ein Film aus dem Gastgeberland Frankreich hat zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren die Goldene Palme beim Filmfestival von Cannes gewonnen.

Die Jury unter der Leitung von Sean Penn zeichnete "Entre les murs" des französischen Filmemachers Laurent Cantet mit der Goldenen Palme, dem wichtigsten Preis des Festivals an der Côte d'Azur aus. Der Film dreht sich um einen Lehrer, der sich bemüht, einer Klasse mit überwiegend Migranten-Kindern Französisch beizubringen. Der Streifen, dessen Titel "Zwischen den Stühlen" bedeutet, setzte sich im Wettbewerb gegen 21 andere Filme durch.

Penn sagte, die Jury habe sich einstimmig für diesen "wirklich erstaunlichen Film" entschieden. Der 46-jährige Cantet engagierte für den halbdokumentarischen Film Schüler mit den verschiedensten kulturellen Hintergründen als Amateurschauspieler. Der Regisseur nahm den Preis sichtlich bewegt von US-Schauspieler Robert de Niro entgegen.

Hollywood-Streifen gehen leer aus

Mit "Etre les Murs" geht die Goldene Palme erstmals seit 1987 nach Frankreich. Dabei hatte der Film nicht als Favorit gegolten. Gute Chancen waren unter anderem "Che" von Steven Soderbergh eingeräumt worden, sowie dem israelischen Film "Waltz with Bashir" über die Massaker an Palästinensern im Libanon 1982. Auch "The Exchange" von Clint Eastwood, in dem Angelina Jolie mitspielt, zählte zu den heißen Anwärtern.

Die französische Filmdiva Catherine Deneuve und der US-Schauspieler und -Regisseur Clint Eastwood wurden für ihr Lebenswerk geehrt. Eastwood war bei der Preisverleihung nicht anwesend. Deneuve zeigte sich "berührt" über den Preis. Sie sei froh, dass sie noch heute an guten Filmen mitwirken könne, sagte die 64-Jährige, die in Cannes im Wettbewerbsbeitrag "Un conte de Noel" von Arnaud Desplechin zu sehen war.

Überzeugender Revoluzzer

Den Preis in der Kategorie bester Schauspieler erhielt Benicio del Toro. Der 41-jährige US-Schauspieler wurde für seine Verkörperung des Revolutionärs Ernesto "Che" Guevara in dem Film "Che" eehrt. Als beste Schauspielerin zeichnete die Jury die Brasilianerin Sandra Corveloni aus, die mit ihrer Rolle einer schwangeren, alleinerziehenden Mutter in dem Film "Linha de Passe" ihrer Landsleute Walter Salles und Daniela Thomas überzeugen konnte.

Der Streifen "Hunger" des Engländers Steve McQueen erhielt die "Goldene Kamera für den besten Erstlingsfilm". In dem biographischen Streifen geht es um den irischen IRA-Aktivisten Bobby Sands, der nach einem Hungerstreik im Gefängnis starb. Die belgischen Regie-Brüder Luc und Jean-Pierre Dardenne wurden für ihren Film "Le Silence de Lorna" (Das Schweigen von Lorna) mit dem Preis für das beste Drehbuch geehrt. Der Türke Nuri Bilge Ceylan, der mit dem Familiendrama "Drei Affen" am Wettbewerb teilnahm, gewann den Preis für die beste Regie. Der große Preis des 61. Filmfestivals ging an den Italiener Matteo Garrone, der mit dem Mafia-Film "Gomorra" angetreten war.

Kein Preis für Deutschland

Wim Wenders, der seinen Film "Palermo Shooting" am Samstagabend in Cannes präsentiert hatte, ging bei der Preisverleihung leer aus. 1984 war Wenders für "Paris, Texas" als bislang letzter Deutscher mit der Goldenen Palme geehrt worden. Die Schauspielerin Alexandra Maria Lara gehörte in diesem Jahr zur Wettbewerbs-Jury. Der Deutsch-Türke Fatih Akin, der im vergangenen Jahr in Cannes den Preis für das beste Drehbuch erhalten hatte, leitete die Jury des Sonderpreises "Un certain regard".

Für das größte Aufsehen während des Festivals hatte in diesem Jahr der vierte Teil der Abenteuerreihe "Indiana Jones". mit Harrison Ford gesorgt. Der Film von Starregisseur Steven Spielberg lief außer Konkurrenz.

(rw/AFP)


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Leser-Kommentare (2)
Hightower (20.05.09 - 13:37)
Ich freu mich schon

Auf den neuen Tarantino. Allerdings wird das Gejammer wieder groß sein, da wieder mal die "bösen Deutschen" ihr Fett weg bekommen.

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