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Warner Bros. Das Gesetz der Ehre

 

Das Gesetz der Ehre: Das  Abendmahl  der  Dirty  Cops

Was für eine verkorkste Familie: der Vater ein Trinker, der Schwiegersohn Drogenhändler, die eigenen Söhne vom Leben und von Narben gezeichnet - und alle sind sie Polizisten. Kein Wunder, dass das in einer blutigen Tragödie endet.

Von Michael Suck

Cool hängt die Dienstmarke um den Hals, der Blick ist bedrohlich, der Körper straff - so sehen also Super-Cops aus. "New Yorks Finest" steht deshalb auch logischerweise auf ihren Football-Shirts, wenn sie nach Feierabend mit den Kollegen auf den Platz gehen. Doch die raue Männeridylle zerbricht schon gleich am Anfang des Films: Noch während eines solchen Spiels kommt der Notruf von Kollegen. Vier tote Cops, mehrere tote Drogenhändler - und keiner weiß, wie das passieren konnte.

Film: Thriller

Das Gesetz der Ehre

von Warner Bros.

Regie: Gavon O'Connor
Besetzung: Colin Farrell, Edward Norton, Jon Voight, Noah Emmerich
Kinostart: 22.1.2009

Bewertung:


Bis auf einen: Der vermeintliche Superbulle Jimmy Egan (Colin Farrell) hat sich mit den Drogenhändlern eingelassen. Er und seine Kollegen versuchen den Fall zu vertuschen, denn es geht nicht nur um viel Geld, sondern auch um die Ehre des Reviers und die der eigenen Familie. Denn Jimmy ist nicht nur ein korrupter Polizist, sondern auch der Schwiegersohn des Polizeichefs (Jon Voight). Der wiederum beauftragt seinen Sohn Ray (Edward Norton) mit der Untersuchung. Ray ermittelt gnadenlos - selbst gegen seinen eigenen Bruder, der die toten Cops befehligt hat.

Eine ideale Ausgangslage für eine düstere Geschichte um Schuld und Sühne. Und tatsächlich macht sich Regisseur Gavon OConnor mit Verve daran, all diese kaputten Seelen zu sezieren. Eingetaucht in kühle, blaue Bilder, die immer wieder angefüllt werden mit Eruptionen voller Gewalt, zerblättert langsam der Firnis des familiären Zusammenhalts. Nur einmal noch, beim Weihnachtsessen, scheinen die alten Werte intakt. Jon Voight hat hier eine großartige Szene, die wie eine Predigt beim letzten Abendmahl wirkt - und sei es auch nur das Abendmahl der Dirty Cops.

Vom Zufall getrieben

Das ist schön anzuschauen, zumal Colin Farrell wieder einmal beweist, dass er einer der besten Schauspieler seiner Generation ist. Die dunkle Brutalität und Kompromisslosigkeit seiner Figur hat etwas Getriebenes, Zerrissenes. Demgegenüber wirkt Edward Norton als Protagonist zu distanziert, obwohl er doch den Film tragen soll und als eine der wenigen Figuren einen moralischen Kompass besitzt.

Hinzu kommt, dass der Regisseur seinen Hauptdarsteller zunehmend aus dem Auge verliert. Im letzten Drittel zerbröselt die Handlung gar vollständig. Die Thrillerelemente werden zur Nebensache, Gevatter Zufall übernimmt die Regie. Edward Norton selbst taucht dabei so vollständig ab, dass er fast eine Viertelstunde nicht mehr auf der Leinwand zu sehen ist. Stattdessen werden neue Nebenfiguren eingeführt, die den Plot bremsen, statt ihn voranzutreiben.

Und als es dann zum ebenso unvermeidlichen wie unglaubwürdigen Finale kommt, ist es nicht Edward Nortons, sondern Colin Farrells Figur, die einen letzten heroischen Moment erleben darf - im Grunde auch rein zufällig. Schade drum, denn so bleibt "Das Gesetz der Ehre" letztlich nur als Film in Erinnerung, dessen Ambitionen irgendwo im Schneideraum verloren gegangen sind.

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