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Warner Bros. Chernobyl Diaries

 

Chernobyl Diaries: Radioaktive  Standardmonster

Vier junge amerikaner gehen auf Extremtourismustrip in die Geisterstadt Prypiat, nahe des zerstörten Atomreaktors von Tschernobyl. Doch die Stadt ist weder unbewohnt noch ungefährlich. Bald haben sie die Wahl, Monstermahlzeit zu werden oder den Strahlentod zu sterben.

Wenn junge Amerikaner im Film auf Reisen gehen, lauert der Tod in jedem Winkel. Hostels in Osteuropa sind beispielsweise nicht (nur) voller sexsüchtiger junger Frauen, sondern auch voller irrer Killer. Vielleicht sollten sie auf Nummer Sicher und nur auf einen Rundtrip gehen, schließlich gibt es in Europa so viele tolle Sehenswürdigkeiten. In Paris den Eiffelturm, in London den Tower, in Tschernobyl das kaputte Kraftwerk. Doch selbst hier gilt Vorsicht: An einem dieser drei Reisziele lauern möglicherweise radioaktiv verstrahlte Mutanten. Solche Kleinigkeiten zu wissen, würde so manchem unbedarften Reisenden in Gruselfilmen das Leben retten, aber das wollen wir Zuschauer ja nun auch wieder nicht.

Film: Horror

Chernobyl Diaries

Bradley Parker

Kinostart: 21. Juni 2012

Länge: 85 Minuten

Mit:
Devin Kelley, Jonathan Sadowski, Ingrid Bolsø Berdal, Olivia Taylor Dudley, Jesse McCartney, Nathan Phillips, Dimitri Diatchenko
FSK: ab 16

Bewertung:


Der Trick beim Grusel liegt dann darin, das gute alte Rezept (hier: Reise in die Fremde, wo die Monster sind) immer wieder neu zu erfinden. "Paranormal Activity" beispielsweise kombinierte ein Spukhaus mit dem Found-Footage-Genre und schuf richtig guten Grusel. Der Autor und Regisseur hinter "Paranormal Activity" steckt auch hinter "Chernobyl Diaries". Allerdings ist dieser Film nicht ganz so innovativ.

Innovativer Anfang mit angedeutetem Grusel

Dabei fängt der Film sehr clever an. Wie ein Reisevideo nämlich mit Kommentaren und Musik. Bevor wir aber in die todgenudelten Untiefen von Found Footage abdriften können, wechselt die Perspektive. Das Video spielt auf dem Computer eines der reisenden Amerikaner, der es seinem Bruder vorspielt, in dessen Kiewer Wohnung die Gruppe übernachtet. Dieser Bruder überredet die Reisenden, doch mal einen besonderen Trip zu machen: Einen Ausflug nach Prybiat, der Geisterstadt nahe des Unglückskraftwerks von Tschernobyl. Nun lässt sich der Film Zeit, die Spannung langsam aufzubauen und setzt auf den natürlichen Grusel einer verlassenen Gegend. Der Film funktioniert dann, wenn wir Zuschauer mit den Extremtouristen rätseln müssen, was vor sich geht. Steht da wirklich eine Silhouette am Fenster? Sind die Hunde auf der Straße gefährlich? Was ist das für ein gruseliges Kind im Hintergrund?

Weniger innovativ ist die zweite Hälfte des Films, in denen unsere Reisenden gejagt werden. Hier geht dem Film sehr schnell die Variationsmöglichkeiten aus. Leere Straßen, große Keller, kleine Keller, weite Gänge, enge Gänge ... durch die gesamte sowjetische Architekturgeschichte der 70er Jahre müssen unsere armen Reisenden fliehen und dabei ganz große Angst haben. Denn natürlich ist die Geisterstadt nicht leer. Monster, Mutanten oder Zombies machen sie unsicher - was genau sie sind, kriegen wir nicht mit, so lichtscheu sind sie. Sie knuspern einfach gerne an unsere Reisenden - also muss man vor ihnen Reißaus nehmen.

Guter, altmodischer Grusel am Schluss

Das ist guter alter Grusel, an ihm ist auch nichts falsch. Er erfüllt nur leider nicht ganz die Erwartungen, die der Anfang des Films geweckt. Dennoch: Wer hübsche junge Leute zusehen will, wie sie vor Zombies wegrennen, wird in "Chernobyl Diaries" zuverlässig damit versorgt.

Mehr vom Horrotrip nach Tschernobyl sehen Sie in der Bildergalerie zu "Chernobyl Diaries". Den Trailer zum Film sehen Sie hier.

Weiterführender Link: Filmseite
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