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UPI Das Bourne Vermächtnis

 

Bourne Vermächtnis: Kein  neuer  Matt  Damon

Jeremy Renner muss im vierten Teil der Jason-Bourne-Serie Matt Damons Erbe antreten. Er liefert eine solide Performance in dem geerdeten Actionstreifen. Doch das Bourne-Gefühl will sich noch nicht recht einstellen.

Von Martin Haldenmair

Fanfiction ist ein spanenndes Phänomen - Fans spinnen ihre Lieblingsgeschichten weiter, verändern sie oder erweitern sie. Fanfiction sind eine beliebte Spielwiese für Leute, die gerne mal schreiben wollen, aber nicht gleich eine ganz neue Welt erfinden wollen. Manchmal entwickelt das Ergebnis ein Eigenleben, wie das berüchtigte "50 Shades of Grey", das als "Twilight"-Fanfiction begann. Warum also nicht auch eine Fan-Geschichte zu "Jason Bourne"? Noch dazu, wenn sie vom Autor der Originalfilmtrilogie Tony Gilroy ist.

Film: Action

Das Bourne Vermächtnis

Tony Gilroy

Kinostart: 13. September 2012

Länge: 135 Minuten

Mit: Jeremy Renner, Rachel Weisz, Edward Norton
FSK: ab 12

Bewertung:


Der Kampf um den Status Quo

"Das Bourne Vermächtnis" ist ein Film ohne Jason Bourne, angesiedelt im selben Universum. Es ist, als hätte jemand die Idee zu einem Superganten gehabt, der ein bisschen wie Bourne ist, aber doch etwas anders und ihn der Einfachheit (und Vermarktbarkeit) halber mit Nebenfiguren aus der ersten Trilogie zusammengebracht. Aaron Cross (Jeremy Renner) heißt er diesmal. Er gehört zum Projekt Outcome (Bourne war Treadstone): Mittels Pillen, die er regelmäßig nehmen muss, wurde aus einem leicht unterbelichteten Soldaten ein intelligenter Kämpfer mit übermenschlicher Ausdauer.

Im letzten Bourne-Film aber wurde Treadstone an die Öffentlichkeit gebracht. Um Untersuchungen zu verhindern, brechen die Hintermänner das Projekt radikal ab: Die vergiften die meisten der Agenten und schießen zwei mit Raketen ab. Doch einer überlebt: Cross. Mit nur mehr einer Minimaldosis an Schlaumachern sucht er die ebenfalls verfolgte Wissenschaftlerin Dr. Shearing (Rachel Weisz), die einen Weg kennt, die Veränderungen permanent werden zu lassen.

Gelassene Action

Der Agent muss also diesmal nicht erst mühsam herausfinden, wer er ist. Er muss dafür sorgen, dass er der bleibt, der er sein möchte (schlau und stark). Es ist also die Umkehrung der Bourne-Geschichte. An und für sich ein interessanter Ansatz, aber der Pfiff, dass wir uns mit Bourne durch das Dickicht der Verschwörungen wühlen dürfen ist dadurch weg. Seltsamerweise verzichtet der Film auf den offensichtlichen Trick, zeitlichen Druck auf Cross auszuüben - so richtig knapp wird es mit seinen Medikamenten nämlich nicht.

Dafür taucht ein Agent aus einem weiteren Geheimprogramm auf (offenbar produziert die USA die en gros und exportiert in alle Welt). Nummer 3 vom Projekt LARX sorgt für eine spektakuläre Verfolgungsjagd durch Manila, doch am Ende ist sein Bart grimmiger als er selbst. Es scheint so, als hätte der Regisseur beschlossen, den Bombast des letzten Bourne-Teils gar nicht erst anzugreifen, sondern stattdessen einen geerdeten Actionstreifen zu drehen.

Hoffen auf das Crossover

Solide ist das Ergebnis geworden: Zusammen mit Kameramann Robert Eslwitt wurde ein passender neuer Look gefunden: Mit weitwinkliger Linse geht Eslwitt mit Handycam ganz nahe an die Gesichter der Schauspieler und hält die Kamera immer in leichter Bewegung, ohne dabei aber in Hektik à la Michael Bay zu verfallen. So schwebt die Kamera einmal mit dem kletternden Cross entspannt die Hauswand hinauf, um an ihm vorbei auf die Gegner ins Hinaus hinein zu stürzen. Die Dynamik des Bildes hilft so über viele Stellen hinweg, in der einfach nur irgendwelche Leute auf Monitore starren und "Mein Gott" murmeln.

Jeremy Renner spielt Aaron Cross in einer sympathischen Mischung aus entspanntem Typ von Nebenan und eiskalt logisch arbeitendem Killer. Cross bleibt uns dabei allerdings doch ferner als Bourne. Doch das Ende, in dem Cross angibt, dass er seine Optionen überdenke, lässt darauf schließen, dass die beiden Figuren vielleicht in der nächsten Folge zusammentreffen. Die Kombination aus dem zurückhaltenden Renner und dem aggressiver spielenden Damon könnte definitiv spannend werden. Aktuell fühlt sich "Das Bourne Vermächtnis" mehr wie ein Auftakt ohne Hauptteil an.

Mehr vom neuen Bourne sehen Sie in unserer Bildergalerie zu "Das Bourne Vermächtnis" und im Filmtrailer.

Weiterführender Link: Homepage von "Das Bourne Ultimatum"
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