Berlinale: Berlinale 2008: Brasilien kriegt den Bären
Meister Petz geht in die Ruhepause. Mit der Verleihung des Goldenen und der Silbernen Bären kam die Berlinale 2008 zwischen Überraschungen und Vorhersagen zu einem glanzvollen Ende: Der brasilianische Film "Elitetruppe" und der US-Blockbuster "There Will Be Blood" gehören zu den Siegern.
Der brasilianische Film "Elitetruppe" ist Gewinner der Berlinale 2008. Der Streifen von Regisseur José Padilha über den skrupellosen Kampf einer Polizeieinheit gegen die Drogenbosse von Rio de Janeiro erhielt bei der Preisverleihung in Berlin den "Goldenen Bären" der 58. Filmfestspiele. Einen "Silbernen Bären" als Großen Preis der Jury bekam Oscar-Preisträger Errol Morris für seinen Film über das irakische Gefängnis Abu Ghraib. Mit 430 000 Kinobesuchen war das Interesse an der Berlinale nach Auskunft der Veranstalter seitens der Fachbesucher sowie des Publikums größer denn je.
Folter-Film holt Goldenen Bären
José Padilha, der den Goldenen Bären aus den Händen von Starregisseur und Jurypräsident Constantin Costa-Gavraz erhielt, zeigte sich gerührt von der hohen Auszeichnung. "Das ist ein Preis für den brasilianischen Film", sagte er nach Erhalt der Auszeichnung im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz. Die Auseinandersetzung mit Gewalt und Korruption bei der Polizei sei sehr wichtig. Der Film mit seinen harten Action-Szenen beschreibt, wie die Eliteeinheit der Polizei auch mit Foltermethoden gegen junge Drogendealer vorgeht und die Bosse der Banden erschießt. Der Streifen, der in seinem Heimatland zum Kassenschlager geworden ist, ist wegen der Darstellung des brutalen Vorgehens der Spezialeinheit umstritten.
Der Silberne Bär für den besten Darsteller ging an den 65-jährigen Schauspieler Reza Najie, der in dem iranischen Festival-Beitrag "Lied der Spatzen" die Hauptrolle spielt. Als beste Darstellerin wurde die 31-jährige Sally Hawkins ausgezeichnet. Hawkins spielt in der britischen Komödie "Happy-Go-Lucky" von Regisseur Mike Leigh eine junge Lehrerin, die mit scheinbarer Unbeschwertheit durchs Leben geht. Den Silbernen Bären für die beste Regie erhielt Paul Thomas Anderson für den Streifen "There will Be Blood". Der Film über einen amerikanischen Öl-Tycoon aus dem frühen 20. Jahrhundert erhielt zudem die Auszeichnung für die herausragende künstlerische Leistung in der Kategorie Musik.
Preise für China und Mexiko
Der Preis für das beste Drehbuch ging an den chinesischen Wettbewerbsbeitrag "In Love We Trust", in dem es um das leukämiekranke Kind eines geschiedenen Ehepaares geht. Den Alfred-Bauer-Preis, der an den Gründer der Berlinale erinnert, verlieh die Jury an den mexikanischen Beitrag "Lake Tahoe".
Im Rahmen der 58. Internationalen Filmfestspiele Berlin wurden in der Hauptstadt rund 400 Filme vorgeführt. Das Festival, das neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten in Europa gehört, ging am Sonntag mit dem "Kinotag" zu Ende. Dabei wurden in den Spielstätten der Hauptstadt zahlreiche Beiträge noch einmal wiederholt. Mehr als 20 000 Akkreditierte aus 125 Ländern, darunter 4200 Journalisten, kamen nach Angaben der Veranstalter zur Berlinale 2008. Bei insgesamt rund 430 000 Kinobesuchen gingen rund 230 000 Tickets ans Publikum. (AFP)
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