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20th Century Fox Abraham Lincoln Vampirjäger

 

Vampirjäger Lincoln: Der  Präsident  mit  der  Anti-Vampir-Axt

Obama und Romney haben sich bisher gegenseitig noch nicht beschuldigt, Vampire zu sein und per Axt vernichtet zu gehören. Nach dem furios trashigen "Abraham Lincoln Vampirjäger" ist das aber nur mehr eine Frage der Zeit.

Von Martin Haldenmair

Es gibt Ideen, die sind einfach unglaublich behämmert. Wie sollen wir einen Film besprechen, der auf so einer Idee basiert? "Liebe Leute: 'Abraham Lincoln Vampire Hunter' ist behämmert, danke und gute Nacht?" So geht's nicht. Sollen wir versuchen, einen tieferen Sinn zu suchen, wie einst im Deutschunterricht ("Die Sehnsucht des Amerikaners nach einem klaren Feindbild")? Ist irgendwie auch behämmert. Beantworten wir eine andere Frage: Würde es uns reuen, dafür neun Euro Eintritt ausgegeben zu haben? Teufel, nein!

Film: Action

Abraham Lincoln Vampire Hunter

Timur Bekmambetov

Kinostart: 3. Oktober 2012

Länge: 110 Minuten

Mit: Benjamin Walker, Mary Elizabeth Winstead, Jimmi Simpson, Anthony Mackie, Rufus Sewell
FSK: ab 16

Bewertung:


Metzeleien in Springfield und in der Politik

"Abraham Lincoln Vampire Hunter" ist Trash vom Feinsten, ein B-Movie mit Budget und Könnern hinter Kamera, Ton, Schnitt und Musik. In dem Film wirft auch schon mal ein Vampir sein Pferd auf den Vampirjäger, metzelt ein Jurastudent die vampirifizerten Honoratioren der Kleinstadt Springfield hin, ohne dass es deren Bürgern auffällt und schmelzen die braven Leute Washingtons schon mal über Nacht all ihr Silber ein und verarbeiten es zu Waffen - ohne nachzufragen, warum. Unbekümmert wie sonst Genre-Mashups à la "The Good, the Bad, the Weird" aus Südkorea huldigt der amerikanische Film der bekifften Idee, Lincoln sei zu seiner wilden Studentenzeit mit rotierender Axt durch Vampire hindurchgepflügt, um sich bei ihnen für den Tod seiner Mutter zu rächen.

Jahre später, als Präsident der Vereinigten Staaten holt ihn seine Buffy-Vergangenheit wieder ein, denn im Bürgerkrieg stehen die Vampire auf der Seite des Südens und stellen unzerstörbare Soldaten. Sklaven geben schließlich gutes Futter und außerdem ist das die Gelegenheit, sich am verhassten Lincoln zu rächen. Der muss also seine Axt aus der Kiste holen und wieder lernen, sie zu schwingen wie sonst der Tambourmajor seinen Stock - glücklicherweise wurde er von einem Meister (Dominic Cooper) ausgebildet, der zwar nicht fernöstlich, doch mit dem passenden gelassenen Lächeln und fiesen Sprüchen ausgestattet.

Zeitlupen, Zeitraffer und dumpfes Dröhnen

Timur Bekmambetov sitzt für die Geschichte im Regiesessel. Der aus Russland stammende Filmemacher hatte als erstes mit "Wächter der Nacht" für Aufsehen gesorgt und mit "Wanted" ein an der Kinokasse erfolgreiches amerikanisches Debut hingelegt. Sein Markenzeichen ist es, die Kamera bei Kampfszenen zunächst in Zeitlupe und dann im Zeitraffer laufen zu lassen, so als wollte sie die verlorene Zeit wieder gut machen. Dazu gibt es dumpfes Dröhnen auf der Tonspur. Neu ist der Kniff wahrlich nicht - um ehrlich zu sein, so langsam wird er ziemlich abgenudelt - doch passt er zur Ästhetik der Geschichte.

Zusammengehalten wird das Ganze von Benjamin Walker, der Lincoln spielt. Der Dreißigjährige ist mehr auf der Bühne als vor der Kamera unterwegs und packt in das Spektakel überraschend viele Nuancen in sein Spiel hinein. Andere Figuren kommen da leider eher unter die Räder, beziehungsweise die Axt: Lincolns Freundin und spätere Frau Mary Todd (Mary Elizabeth Winstead) hat gegen Anfang einige nette Szene, in der sie mit dem chronisch übermüdeten Vampirjäger vergeblich zu flirten versucht.

Menschen gegen Monster

Lincolns treuen Freunde und Mitstreiter Will Johnson (Anthony Mackie) und Joshua Speed (Jimmi Simpson) sind hauptsächlich dabei, weil es sich um historische Figuren handelt. Auf der Skala von Bram Stoker über Anne Rice zu Stephenie Meyer, sind die Vampire eher auf der Anne-Rice-Position: Sie residieren gesittet in Herrenhäusern der Südens, sind aber dennoch untote Monster. Das Schöne daran: Sie haben Spaß daran, Monster zu sein und geben sich keinen endlosen Lamentierereien hin. Ihre Anführer Adam (Rufus Sewell) und die in enges Leder gekleidete Vadoma (Erin Wasson) hätten auch ein paar mehr Szenen verdient, in denen sie richtig böse hätten sein können.

Monster gegen Menschen - wir lassen mal dahin gestellt, ob es wirklich eine gute Idee ist, einen Bürgerkrieg so darzustellen, aber als Filmthema ist das natürlich ein Klassiker. Vampire dürfen im Twilight-Zeitalter auch mal wieder einfach nur Monster sein, die mit großen Effekten und toller Choreografie vernichtet werden. "Abraham Lincoln Vampirjäger" ist nicht der intelligenteste Vampirfilm aller Zeiten, aber einer der unterhaltsamsten des Jahres 2012.

Mehr von Lincolns Kampf gegen die Vanmpire sehe Sie in unserer Bildergalerie zu "Abraham Lincoln Vampirjäger". Den Trailer zu Film können Sie hier.

Weiterführender Link: Homepage zu "Abraham Lincoln Vampirjäger"
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