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dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH Bernd Neumann

 

Film: Neumann  gegen  Quote  für  deutschen  Film

Berlin (dpa) - Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) lehnt trotz des gesunkenen Marktanteils für den deutschen Film die Einführung einer Quote ab.

«Wir wollen keine Zwangsvorgaben, die Filme müssen sich schon ein Stück weit auch am Markt bewähren», sagte Neumann vor Beginn der Berlinale (7.-17. Februar) in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Der Marktanteil deutscher Filme ist im vergangenen Jahr von rund 22 auf 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. In Frankreich, wo es seit langem eine Quote gibt, liegt der Anteil heimischer Produktionen dagegen bei etwa 40 Prozent. «In Frankreich gibt es eine andere Kultur und Tradition», sagte Neumann. «Wir wollen überzeugen und fördern, damit Qualität Vorrang hat, aber wir wollen keine zentralen staatlichen Vorgaben machen.»

Der CDU-Politiker verwies darauf, dass der Anteil deutscher Filme immer bestimmten Schwankungen unterliegt. «Das ist wie bei Wein. Manchmal gibt es einen guten Jahrgang und manchmal einen weniger guten, aber das Wichtige ist doch: Die Tendenz ist insgesamt positiv.»

Auch dass es unter den insgesamt 19 Filmen im Wettbewerb der Berlinale nur einen deutschen Kandidaten gibt, sieht Neumann gelassen. «Wir müssen uns davon lösen, alles nur durch die deutsche Brille zu sehen», sagte er. «Wir werden in Europa immer mehr zu Koproduktionen kommen, um ein Gegengewicht zu amerikanischen oder asiatischen Großproduktionen zu schaffen.»

So habe beispielsweise der Wettbewerbsbeitrag «Layla Fourie» der südafrikanischen Regisseurin Pia Marais deutsche Förderung erhalten. Auch die internationalen Koproduktionen «Die Nonne» und «Nachtzug nach Lissabon» seien mit deutscher Beteiligung und mit deutschen Schauspielern (Martina Gedeck und August Diehl) entstanden.

Der Kulturstaatsminister zog deshalb eine positive Bilanz zur Filmförderung. «Der Deutsche Filmförderfonds ist das Erfolgsmodell für den Produktionsstandort Deutschland», sagte er. Von 2007 bis Ende 2012 seien insgesamt 642 Projekte mit 356 Millionen Euro unterstützt worden, davon gut ein Drittel internationale Koproduktionen und knapp Zweidrittel deutsche Filme.

«Unsere Fördergelder haben ein Gesamtinvestitionsvolumen von 2,9 Milliarden Euro ausgelöst, also rund die sechsfache Summe», rechnete Neumann vor. In diesem Jahr sei der Förderetat um 10 auf 70 Millionen Euro aufgestockt worden. Er setze darauf, dass es auch in den kommenden Jahren bei dieser Summe bleibe: «Dafür kämpfe ich.»

An die Fernsehanstalten appellierte Neumann, sich ebenfalls stärker für das Kino einzusetzen. «Da passiert schon etwas. Die meisten deutschen Kinofilme ließen sich ohne die Beteiligung des Fernsehens gar nicht finanzieren», räumte er ein. «Aber auch ARD und ZDF könnten noch mehr tun, mehr deutsche Filme und an besseren Sendeplätzen zu zeigen.»

Neumann, der bekennender Kinofan ist, will sich bei der Berlinale neben seinen offiziellen Terminen auch möglichst viel Zeit zum Filmegucken nehmen. Zu seinen Lieblingsfilmen im vergangenen Jahr gehörten Christian Petzolds DDR-Drama «Barbara» und Michael Hanekes Altersstudie «Liebe». «Der Erfolg eines Films hängt immer noch von seiner Qualität und Faszination ab», so der Staatsminister.

Gespräch: Nada Weigelt, dpa

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Leser-Kommentare (1)
susanne (05.10.12 - 13:40)
no good

sorry, aber der song ist einer der schlechtesten bond-songs überhaupt.

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