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Sony 007 - Ein Quantum Trost

 

007 - Quantum Trost: Bond  pur

Brachial und kompromisslos schlägt sich Daniel Craig alias James Bond durch "Ein Quantum Trost" - und besiegelt das Ende eines Mythos.

Von Christoph Baumeister

Bond steht mit blutverschmiertem Hemd, zerzausten Haaren und Dreck im Gesicht im Fahrstuhl auf dem Weg nach unten. Seine Lippen sind fest zusammengepresst, sein Blick entschlossen. Um ihn herum stehen vier finster dreinblickende Agenten des MI6. Sie sollen ihn wegbringen, am besten kalt stellen. Zehn Sekunden und 72 hektische Filmschnitte später steigt James aus dem Lift. Seine Begleiter brutal zusammengefaltet am Boden. Er wischt sich das Blut von den Händen, schnappt sich eine Waffe und begibt sich wieder auf die Jagd voller Leichen, Schmerz und Rache.

Film: Action

007 - Ein Quantum Trost

von Sony Pictures

Regie: Marc Forster

Besetzung: Daniel Craig, Olga Kurylenko, Mathieu Amalric, Judi Dench, Joaquin Cosio

Kinostart: 6.11.08

Web: www.ein-quantum-trost.de

Bewertung:


Der deutsche Regisseur Marc Forster, der sich bisher mit Autorenfilmen wie "Drachenläufer" und "Monster''''s Ball" einen Namen gemacht hat, konzentrierte sich bei der Umsetzung der nahtlosen Fortsetzung von "Casino Royale" auf zwei Elemente: Action und die Charakterentwicklung eines Rohdiamanten, James Bond. Beides ist ihm und seinem Hauptdarsteller hervorragend gelungen.

Daniel Craig spielt die Figur des Agenten mit der Lizenz zum Töten so körperlich, dass der Schmerz förmlich spürbar ist. Er springt von Dächern und durch Glasscheiben. Er steckt üble Prügel ein, kassiert Schrammen und blutet besser als Bruce Willis in "Stirb langsam". Er zeigt einen anderen, kompromisslosen Bond. Dabei schafft er es mit nur wenigen Blicken, diesem gestählten Kampfroboter eine Seele zu verpassen. Innerlich zerüttet vom schmerzlichen Verlust seiner geliebten Vesper, äußerlich eine Killermaschine mit Gardemaß.

Bond ohne Q

Eigentlich die perfekte Vorraussetzung, um genussvoll einen von Rachegelüsten getriebenen MI6-Agenten bei seiner Hatz hautnah zu verfolgen. Eigentlich. "Ein Quantum Trost" lässt etwas ganz Wesentliches vermissen: Bond-Feeling. So mussten einige charakteristische Attribute des Agenten Forsters actiongeladenem Selbstfindungstrip weichen. Es gibt kein 007-Spielzeug, kein Q, keine Money Penny.

Auch ein kolossaler Superschurke passte nicht in das Konzept. Der hier eingesetzte Mr. Greene, gespielt von Mathieu Amalric, wirkt im Vergleich zu Bösewicht Ernst Stavro Blofeld, der gleich in drei Bondfilmen sein Unwesen treiben durfte, wie ein sympathischer kleiner Wirtschaftsverbrecher von nebenan. Vorbei sind die Zeiten, als gigantische Vulkane sich öffneten, um eine todbringende weltzerstörerische Rakete abzufeuern oder ganze Seen ins Nichts verschwanden, um eine überdimensionierte Parabolantenne freizulegen, die, na klar, die Welt in den Abgrund stürzen sollte.

Dafür gibt es schnell geschnittene Kampfszenen, die stark an "Bourne Identität" erinnern und die stahlblauen, alles durchdringenden Augen von Daniel Craig. Alles irgendwie geerdet, ohne überdrehte Spinnereien. Die 007-Reihe ist endgültig im Hier und Jetzt angekommen - das ist gut, aber ein bisschen wehmütig macht es dennoch.

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