Weihnachten weltweit: Xmas-Kult
Stille Nacht, heilige Nacht - vereint versammelt sich die traute Familie unterm glitzernden Nadelbaum und teilt am 24. Dezember die Geschenke des Christkinds aus. Wer denkt, dass dies überall so funktioniert, denkt falsch. So bunt wie Weihnachtskugeln sind die weltweiten Variationen für das Fest der Liebe.
Von Andrea Ege
Zum Beispiel der Einzug des "Sinterklaas" in Belgien und den Niederlanden. Dort ist nämlich er, und nicht das Christikind, der eigentliche Star. Und ebenfalls ganz anders als der Weihnachtsmann wohnt der Vorgänger des amerikanischen Santa Claus das ganze Jahr über dort, wo es warm ist, in Spanien. Im November trifft "Sinterklaas" mit großen Getöse auf seinem Schiff an der niederländischen Küste ein. Jubelnde Menschenmassen begrüßen ihn und seinen Helfer, den "Zwarte Piet" (Schwarzer Peter). Am 5. Dezember dann stecken die beiden die Geschenke in die Kinderschuhe. An 25. Dezember wird zusammen mit der Familie gespeist.
Auch in Schweden ist am 24. Dezember schlemmen angesagt. "Julbord" heißt der Brauch, an diesem Tag Weihnachtsschinken mit Bier und Schnaps auf den Tisch zu bringen. Danach werden die Geschenke ausgepackt. Das schwedische Highlight der Vorweihnachtszeit ist der 13. Dezember: An diesem Datum wird das Fest der heiligen Lucia gefeiert.
Ganz besonders gastfreundlich zeigen sich die Polen bei ihrem Weihnachtsessen. Sie legen immer ein Gedeck mehr auf den Tisch, als Personen anwesend sind - für den Fall eines unerwarteten Besuches. Das Mahl beginnt traditionell erst, wenn der erste Stern am Himmel aufgetaucht ist und besteht aus zwölf Gerichten als Hommage an die zwölf Apostel.
Ähnlich wie in Schweden feiern auch die Ungarn am 13. Dezember zunächst den "Luca-Tag". Früher begannen die Männer an diesem Tag mit dem Bau des "Luca-Stuhls", der so langsam vor sich ging, dass der Stuhl genau am Heiligen Abend fertig wurde. Bei der Christmesse wurde er dann mitgenommen und auf ihm stehend, der Gottesdienst verfolgt. Dafür gab natürlich einen guten Grund: Die Menschen glaubten, von dort oben aus könne man die bösen Geister und Hexen besser sehen und sie vertreiben. Gegessen wird am 24. Dezember in Ungarn traditionell Fischsuppe aus Karpfen und gebratener Fisch.
In Russland kommt "Väterchen Frost" erst am 7. Januar gemeinsam mit seiner Enkelin "Snegurotschka" (Schneemädchen, Schneeflocke) angeritten und bringt den Kindern Geschenke. Die Freudenbringer in Spanien dagegen sind die Heiligen Drei Könige. Mit viel Tamtam ziehen sie am 6. Januar mit ihren Geschenke-beladenen Karren in die Städte ein.
Ganze neun Tage dauern die Weihnachtsbräuche in Mexiko. Während dieser Zeit, die "Posadas" genannt wird, ziehen bunte und laute Umzüge durch die Städte. Sie sollen an die Herbergsuche erinnern. Am 24. Dezember treffen sich die Menschen vor der Kirche, um Freudenfeuer und Feuerwerkskörper abzubrennen, bevor die Mitternachtsmette mit dem "Baile de la Flor" (Blumentanz) eröffnet wird.
In Indien funktionieren die Christen meist Mangobäume oder Bananenstauden zum Weihnachtsbaum um. In manchen Gegenden herrscht zudem der Brauch, dem Familienoberhaupt am Morgen des Heiligen Abends eine Zitrone zu schenken.
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