Ages beyond Myst: Hollywood ist verrückt
Sie möchten, so war zu lesen, eine Million Spieler für URU live begeistern?
Miller: Unser großes Ziel, ja. Aber es gibt viele Wettbewerber in diesem Gebiet. Myst, "Die Sims" und andere haben gezeigt, dass es sehr viele Menschen gibt, die Computerspiele mögen. Wenn zwölf Millionen Leute Myst kaufen, dann müssten wir es doch schaffen, ein paar Prozent davon für ein Onlinespiel zu begeistern. Irgendjemand wird es schaffen, Online-Unterhaltung für den Massenmarkt zu öffnen. Das müssen nicht wir sein, aber schön wär's. Wir müssen den gleichen Umfang an Arbeit investieren, ob wir nun 50.000 oder eine Million Abonnenten haben, weil die Inhalte dieselben bleiben.
Wie viele Abonnenten brauchen Sie, um wirtschaftlich zu überleben?
Miller: Ungefähr 100.000. Über diese Zahlen haben wir uns schon sehr frühzeitig Gedanken gemacht, weil wir absichern mussten, dass die Abonnentenprognose realistisch ist. Aber dafür gibt es natürlich keine Garantien - "Die Sims online" ist ein gutes Beispiel dafür. Jeder dachte, das würde ein Megaerfolg. Aber ich applaudiere Maxis und Electronic Arts trotzdem für diesen Versuch, weil sie zumindest versucht haben, mal etwas anderes zu machen. Wir können nun alle daraus lernen.
Lara Croft, Super-Mario viele Spiele sind schon als Film umgesetzt worden. Würde sich Myst nicht auch als Kinostory anbieten?
Miller: Ich fände es persönlich ganz toll, wenn einige der Geschichten rund um Myst Filmgestalt bekämen. Aber ich weiß nicht genug über Hollywood das ist ein verrückter Ort. Wie man dort Dinge umsetzt, daran bin ich nicht gewöhnt. Wie viel Kontrolle man auch sonst hat das heißt in Hollywood gar nichts. Wenn dort jemand einen Film produziert, sagt er Ihnen, was Sie zu tun haben. Um wirklich zu bekommen, was Sie wollen, brauchen Sie Macht in Hollywood selbst. Wir haben schon ein paar Schritte auf dem Weg zum Film unternommen, aber es ist ein sehr frustrierender Weg.
Viele Myst-Fans wüssten gern, ob es jemals eine Apple-Macintosh-Version von URU geben wird.
Miller: Eine gute Frage Sie sehen ja, der Computer, den ich zu diesem Interview mitgebracht habe, ist ein Apple Powerbook, und auch bei mir zu Hause steht ein Macintosh. Ich versuche alles, was ich kann, um eine Umsetzung auf das Apple-System zu ermöglichen. Es war für uns eine sehr schwierige Entscheidung, zunächst nur eine Variante für den PC zu produzieren. Doch die Komplexität des Produkts hat erfordert, einen ganz bestimmten Pfad zu wählen sonst hätten wir es nicht in annehmbarer Zeit fertig bekommen. Inzwischen, da die meisten technischen Hürden überwunden sind, können wir auch über eine Macintosh-Version nachdenken, wir haben sogar ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet. Wir selbst, Cyan, haben aber nicht die finanziellen Ressourcen, diese Version zu programmieren. Es geht nicht um sehr viel Geld, aber irgendjemand muss es bezahlen. Noch haben wir nicht viele Leute gefunden, die dazu bereit sind. Doch wenn wir mit URU wirklich erfolgreich sind, und ich bin da angesichts der Vorverkaufszahlen sehr positiv gestimmt, dann wird es natürlich eine Mac-Version geben. Ich bin gespannt, wie schnell wir sie dann fertig bekommen. Wir sprechen darüber übrigens zurzeit auch mit Apple, weil URU sicher das perfekte Produkt für jede Plattform wäre. Doch Unternehmen tun sich heute sehr schwer damit, eine größere Summe vorzuschießen, wenn es keine Garantien gibt.
Interview: Matthias Matting
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