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Planking und Owling: Bauchlandung!

Der Kettenbrief von früher, ist heute das "Mem", also eine spielerische Idee, die über soziale Netzwerke wie Facebook und Co. verbreitet werden. Beim beliebten "Planking" fotografieren sich User steif wie ein Brett auf dem Boden. Warum dieses Spiel gefährlich und sogar rassistisch sein soll?

Von Markus Kastenhuber

Planking - was ist das?

In Zeiten, wo Freunde online gesammelt werden und über Facebook-Nachrichten kommuniziert wird, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis Spielchen wie Planking unseren Alltag erobern. Beim Planking, das vom englischen Wort "plank" abstammt und "schweres, dickes Brett" bedeutet, legen sich Internet-Nutzer - am besten in ungewöhnlichen Situationen und an noch ungewöhnlicheren Orten - auf den Boden. Wichtig dabei ist, dass das Gesicht nach unten gerichtet ist und Arme und Beine gestreckt werden. "Planking macht Spaß und sollte für den maximalen Belustigungs-Faktor am besten in großen Gruppen gemacht werden", so die Webseite "Plankingmissions.com", auf der User ihre Bilder teilen können. Entstanden ist es aus dem "Lying Down Game", das von den Briten Gary Clarkson und Christian Langdon entwickelt wurde (obwohl der kanadische Komiker Tom Green behauptet, schon 1994 den "Dead Guy" - also toten Mann - gespielt zu haben und präsentiert auf Youtube einen Clip aus seiner Sendung "The Tom Green Show" als Beweis dafür). Wenig später wird der Australier Paul Carran auf das Spiel aufmerksam und gibt ihm seinen heutigen Namen - die Geburtsstunde des aktuellen Internet-Phänomens.

Und wer macht das überhaupt?

Planking hat einen unübertroffenen Siegeszug durchs Internet gestartet. Mittlerweile gibt es zahlreiche Blogs, Facebook-Gruppen und ungefähr 24 Millionen Google-Ergebnisse für das Spiel. Die offizielle Facebook-Fanseite, die fast 600.000 Mitglieder hat (Stand Juli 2011) stellt die Regeln für das Mem fest und ist eine Plattform für Fans, die sich über die bizarrsten Planking-Aktionen austauschen wollen. Und sogar die Stars spielen mit: So haben sich schon Rosario Dawson, Katy Perry, Justin Bieber, Demi Moore, Chris Brown und Usher beim Planking fotografieren lassen ... nur einem Promi mag das Mem überhaupt nicht gefallen.

Kritik am Planking

Dem Rapper Xzibit, bekannt aus der Erfolgsserie "Pimp my Ride" (lief auf MTV), stößt das Spiel gehörig auf: "Planking ist die größte Scheiße, die es gibt", verkündet Xzibit auf Twitter. Er behauptet, dass Planking früher verwendet wurde, um Sklaven von Afrika nach Amerika zu transportieren. "Es ist nicht lustig. Informiert euch!", so der Rapper. Marcus Rediker, Autor des Buches "The Slave Ship: A Human History" unterstützt diese These und erklärt in einem Gespräch mit der "Washington Post", dass während den Sklaventransporten ab dem 17. Jahrhundert Millionen von Afrikanern unter unmenschlichen Bedingungen auf "planks" liegen mussten.

Auch wenn es zunächst schwer fällt, dass zu glauben, aber auch die Tatsache, dass Planking gefährlich ist, wird von Vielen kritisiert. Im ersten Moment stellt sich natürlich die Frage, was daran so gefährlich sein soll, sich einfach mit dem Gesicht nach unten auf den Boden zu legen. Das Problem liegt darin, dass sich die meisten Planker nicht nur mit dem Boden zufrieden geben. Die Devise lautet: Größer, besser, spektakulärer und damit auch gefährlicher. So ist der 20-jährige Australier Acton Beale beim Versuch, sich auf den Handlauf seines Balkons zu legen, sieben Stockwerke in die Tiefe gestürzt und gestorben. Ein weiterer Planker liegt jetzt im künstlichen Koma, nachdem er auf einem fahrenden Auto planken wollte. "Plankingmissions.com" dazu: "Wir dulden kein gefährliches Verhalten und werden deshalb Planking-Aktionen, die wir für gefährlich halten, von unserer Seite nehmen". Auch die Australische Premierministerin, Julia Gillard, mahnt Plankers davor, unnötige Risiken einzugehen und fordert, dass "Sicherheit vorgehen muss".

Die Zukunft des Planking

Ob wir uns bald alle nur noch plankend fortbewegen werden? Der Gedanke liegt ja angesichts der steigenden Beliebtheit des Mems nahe, doch es scheint schon ein neuen Trend zu geben, der langsam aber sicher, Planking verdrängen könnte: Owling. Wie beim Planking fotografieren sich menschen beim Owling in sonderbaren Posen. So imitieren sie die Gestalt einer Eule und blicken mit starrem Blick in die Kamera. Mal schauen, wie lange es dauert, bis das bestimmt nicht minder rassistische oder gefährliche Owling seine ersten Opfer fordert ...

Sie konnten sich noch kein Bild vom Planking machen? In unserer Bildergalerie nehmen Sie die Pujie Girls mit auf eine lustige Reise durch Taipei - plankender weise, versteht sich.

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