Motorola Aura: Stahlhart telefonieren
Die Luxusklasse bei Mobiltelefonen wird um ein interessantes Modell bereichert. Das Motorola Aura bietet Dinge, die nicht jedes Handy hat - zum stolzen Preis von 2000 Euro.
Von Andreas Buchmann
Wer gut ist, muss auch mal die Klappe halten können. Das Aura kann das. Sein Rotationsmechanismus, mit dem der Besitzer die Tastatur freilegen kann, soll sich bis zu 100 000-mal ohne Ermüdungserscheinungen öffnen lassen. Dass hierfür ein Zahnrad in das andere greift, lässt sich locker überprüfen: einfach das Handy auf die Rückseite drehen und durch die transparente Plastikhaut gucken. Die legt neben einem Kamera-Objektiv auch drei Zahnräder frei.
Apropos Haut: Das Gehäuse des Aura ist ziemlich ungewöhnlich. Es umschmeichelt geradezu die Hand des Besitzers. Kein Wunder, der Korpus des Geräts ist aus Edelstahl hergestellt. In die Oberfläche sind Linien geätzt und danach poliert worden. Das Display besteht aus besonders kratzfestem 62-Karat-Saphirglas. Insgesamt setzt sich die Handyhülle aus rund 700 Einzelteilen zusammen. Etwa zwei Wochen dauert es, bis so ein Gehäuse fertig ist. Resultat: eine Anmutung, die ihresgleichen sucht.
Kleines, aber feines Display
Ein Hingucker ist auch das Display. Anders als viele andere Telefonier-Knochen kann es bis zu 16 Millionen Farben darstellen. Das sorgt für eine warme, realistische Farbwiedergabe und einen guten Schärfe-Eindruck. Mit einer Bilddiagonale von 1,5 Zoll ist der Bildschirm jedoch recht klein geraten. Seine kreisrunde Form ist ziemlich hip, aber bei vielen Funktionen unpraktisch. Beim Surfen bleiben nicht viele Zeilen für die Website übrig. Macht aber nichts, denn das Gerät beherrscht den Hochgeschwindigkeits-Standard UMTS nicht.
Auch bei der übrigen technischen Ausstattung zeigt sich das Aura nicht sehr luxuriös. Die eingebaute Kamera schafft gerade mal eine Auflösung von zwei Megapixeln, einen Autofokus sucht der Besitzer vergeblich. Mit zwei Gigabyte ist der interne Speicher üppig bemessen, doch mangels Karten-Einschub lässt er sich nicht mehr vergrößern. Außerdem ist der Edelstahl-Mantel des Aura zwar schön, aber auch ziemlich schwer. Mit rund 140 Gramm bringt das Mobiltelefon fast doppelt so viel auf die Waage wie viele Handys der Otto-Normaltelefonierer-Kategorie. Das Aura ist also vor allem ein Handy, das schön aussieht und das absolut nicht jeder hat.
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