Google-Suche: So klickt die Welt
Diese Begriffe wurden seit 2004 in dem jeweiligen Land verglichen mit allen anderen Staaten überproportional oft bei Google gesucht.
Von Alain Bieber und Stephan Seiler
Keine andere Seite besuchen wir Deutsche öfter im Netz, keine andere Seite sagt mehr über uns aus als Google.
Google, das Suchmaschinen-Imperium, die laufende Bestandsaufnahme unserer Interessen, Neigungen und Abgründe. Wer sucht, der googelt, der findet. Meistens. Mehr als acht Milliarden Web-Seiten sind in den Google-Prozessoren gespeichert. Jeder dritte Deutsche nutzt den Service, was einem quasi monopolistischen Marktanteil von 87 Prozent entspricht. Weltweit kann Google mit 65 Prozent die Verfolger Yahoo! und MSN deutlich auf Abstand im Suchmaschinen-Ranking halten. Google spricht mehr als hundert Sprachen (darunter auch Esperanto, Klingonisch, Latein und Friesisch). Wie viele Anfragen pro Sekunde beantwortet werden, will Google-Sprecher Stefan Keuchel nicht verraten, nur so viel: Es seien mehrere Tausend.
Doch die viel interessanteren Daten findet man abseits dieses offiziellen Google-Sprechs. Wer herausfinden möchte, was in einzelnen Nationen besonders häufig gesucht wird, welche Landsleute etwa nach Pornos fahnden und welche nach dem Dalai-Lama, kann einen Spezialdienst des Unternehmens aus dem kalifornischen Mountain View nutzen. Er nennt sich Google Trends und ermittelt, in welchem Staat, wahlweise auch in welcher Region, welcher Begriff am häufigsten gesucht wird.
Was die verschiedenen Länder suchen
MAX hat es ausprobiert und mehr als 40 englischsprachige Begriffe wie Terrorism, Cocaine, Gay sowie Namen und Marken wie Pamela Anderson und Nike eingegeben. Das Ergebnis finden Sie auf der Weltkarte. Taucht dort etwa Viagra unter dem Ländernamen Deutschland auf, bedeutet dies, dass die Bundesrepublik zu den drei Ländern zählt, aus denen seit 2004 Viagra am häufigsten gesucht wurde.
Die Ergebnisse sind mal bezeichnend, mal obskur. Logisch scheint, dass Marihuana eher von den gemütlichen Südamerikanern gegoogelt wird, während es die überdrehten Kanadier und US-Amerikaner aufs Kokain abgesehen haben. Warum aber Gay ausgerechnet Mittelamerika, der Pornostar Gina Wild Zypern und Global Warming Indien erhitzen, mag für immer ein Geheimnis bleiben. Seltsam auch, dass sich Marokkaner gleichermaßen für den Dschihad wie für Horoskope interessieren. Gilt Astrologie dem Islamisten nicht als Teufelszeug? Merkwürdig ebenso, wenn die Band Tokio Hotel öfter in Polen, Ungarn und Litauen gegoogelt wird als hierzulande.
Mehr in der MAX Ausgabe 11/2007.
Lesen Sie hier, welche Begriffe die Deutschen am häufigsten googeln.
- Hier können Sie einen passenden und weiterführenden Link zum Thema vorschlagen.
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