It-Girls: Ohne das gewisse Etwas
Sie sind berühmt und keiner weiß, warum. It-Girls schaffen es dank aktueller Internet-Technik heute schnell zu Weltruhm.
Von Andreas Buchmann
Rockkonzert in einem Club in Los Angeles. Wir schreiben das Jahr 2005. Bässe wummern aus den Boxen. Mark Hunter alias "Cobrasnake" ist wie jede Nacht unterwegs. Er schlägt sich als Partyfotograf mit Hang zur Schmuddel-Ästhetik durch, das Geschäft läuft eher mittelprächtig. Dann fällt ihm im Publikum ein 15-jähriges Mädchen auf. Ihre Reh-Augen und ihr Lolita-Charme lassen ihn nicht mehr los. Genauso wie ihr knallgelbes Lacoste-Minikleid. Hunter macht von ihr ein Foto und stellt es auf seine Website. In den nächsten Tagen wird das Bild tausendfach geklickt. So begann die Karriere von Cory Kennedy - erzählen sich zumindest ihre Fans.
Ob diese Geschichte stimmt oder nicht, weiß niemand so genau. Aber das ist egal, denn Cory ist ein It-Girl und zieht ihre Prominenz auch aus den Legenden, die sich um sie ranken. Bewunderer hat sie mittlerweile auf der ganzen Welt. Über Blog-Einträge und Community-Profile lässt Cory alle Interessierten an ihrem Leben teilhaben. Das enthält so spannende Details wie "Gestern hing ich ein bisschen bei Mickey rum." Wenige Tage nach dem Start ihrer Seite bei MySpace hatte sie bereits 8000 Kontakte. Nach eigener Aussage verzichtet Cory darauf, sich zu kämmen. Das bewahrt ihre Fangemeinde aber nicht davor, in einschlägigen Foren darüber zu diskutieren, wie sie ihre Haare so hinkriegt.
Eingeladen und gebucht
Mittlerweile muss Cory nicht mehr zahlen, um auf ein Rockkonzert zu kommen. Auf Promi-Partys wird sie eingeladen. Zeitungen und Zeitschriften haben sie porträtiert, auch für Fotoshootings wurde sie bereits gebucht.
Auf einem guten Weg zur Internet-Ikone ist auch Julia Allison aus New York. Das Trendmagazin "Wired" widmete der 27-Jährigen gerade eine Titelseite. Die gutaussehende Journalistin liefert ein wunderbares Beispiel dafür, wie sich Menschen mit aktueller Technik selbst berühmt machen können. Julia dokumentiert ihr ganzes Leben und nennt es "Lifecast". Sie bloggt und twittert, was die Tastaturen hergeben. Dazu Profile bei Communitys wie Facebook und MySpace sowie Bildergalerien auf Flickr und Videos auf YouTube - fertig ist die Selbstinszenierung der zeitgeistigen Art. Zu den Gründen für ihren Auftritt sagte sie dem Focus auf der Digitalkonferenz DLD: "Weil ich Leute erreichen kann, indem ich mich als Versuchskaninchen benutze und alles online dokumentiere. Man braucht wenig Einbildungskraft dazu, sondern nur das eigene Leben. Es ist ein großes Experiment." Klingt ziemlich ernsthaft. Nach diesem Satz macht Julia weiter mit ihrer Eigenleben-Doku und stellt die neuesten Fotos von sich ins Internet.
Zum eigenen Geburtstag gratuliert
Ein YouTube-Leben führt auch YsabellaBrave. Sie singt sich gerne selbst ein Geburtstagsständchen und sinniert ausführlich darüber, was ihr neues Alter von 29 Jahren für sie bedeutet. Früher hat sie auch die Hits von den Doors und anderen Bands Playback gesungen. Viele dieser Acts hat YouTube jedoch aus dem Netz genommen. "Da hat es wohl irgendwelche Probleme mit dem Urheberrecht gegeben", vermutet Ysabella in einer ihrer zahlreichen Video-Botschaften. Zum Mega-Star hat sie es bisher noch nicht gebracht. Doch sie wird weiter daran arbeiten.
Die Experten streiten sich noch darüber, warum Menschen wie Cory und Julia es zu so großem Promi-Status gebracht haben. Einige verweisen auf die Macht von Blogs, Communitys und Co. Andere sehen den Reiz der Mädels darin, dass sie so realistisch und unperfekt sind - auch wenn man sich oft nach dem Sinn das Ganzen fragt. Wie zuvor schon bei realen It-Girls wie Paris Hilton, Anna Kournikova, Nicole Richie und Co.
Julia und Cory sind bei weitem nicht die einzigen It-Girls auf diesem Planeten. Weitere attraktive Exemplare finden Sie in unserer Bildergalerie.
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Leser-Kommentare (2)
Virtuelles Sprungbrett...
...zum Erfolg. Die Mädels sind einfach nur clever. Wer die Web2.0- Technik nicht nutzt ist selber schuld.





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