Google Street View: Ein Hintern in New York
Googles digitale Städtetour zeigt nicht nur Straßen und Häuser. Für viele sind besonders die mehr oder weniger bekleideten Menschen interessant.
Von Andreas Buchmann
Morgens in New York. Eine Joggerin lehnt an einer Parkbank, beugt sich vornüber und macht Dehnübungen. Ihre Sportkleidung ist verschwitzt, man kann deutlich ihre Rückansicht sehen. Schräg hinter ihr steht ein weiterer Jogger und dehnt sich. Er schaut in Richtung der Joggerin.
Mittags in San Francisco. Am Embarcadero flanieren drei Frauen, zum Teil mit äußerst weiblichen Formen. Eine hält dem Betrachter eine Kamera entgegen.
Schon interessant, wie intensiv sich das Leben in den Staaten mittlerweile bis nach Deutschland verbreitet hat. Ob aus Berlin, Bottrop oder Bimbeshausen - Internetverbindung genügt. Mit Google Street View stehen schon nach wenigen Mausklicks die Straßen vieler Städte zum Spaziergang bereit. Und die Zahl der erfassten Citys steigt ständig. Dafür fährt Google mit einem Kamerawagen durch die Städte und knipst eine Unmenge an Bildern. Die werden dann später zu einer Web-Tour zusammengesetzt.
Immer mehr Kaffeekranz-Communitys
Was von den Machern ursprünglich nur als digitale Städtetour gedacht war, hat inzwischen eine große Eigendynamik entwickelt. Viele virtuelle Besichtiger haben es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst skurrile oder erotische Begebenheiten ausfindig zu machen und auf ihren Webseiten zu veröffentlichen.
Die Bilder werden nicht nur gezeigt, sondern auch in den Communitys diskutiert. So fragt sich ein Teilnehmer bei Ansicht des Bildes von der Joggerin, wohin denn wohl der hinter ihr stehende Mann schaut. Und schiebt die Antwort gleich hinterher: Er guckt natürlich auf ihren Hintern. Andere finden das nicht. Doch ob es stimmt oder nicht, kann eh niemand sagen - außer vielleicht der Jogger. Und der würde es sicher bestreiten, selbst wenn er einen Blick riskiert hätte.
Vorsicht beim Einbruch
Tatsächlich stellt man auch bei sich selbst schnell einen Tratsch-Automatismus fest. Da klettert ein Mann mitten in der Stadt ein Eisengitter hinauf und schaut überrascht in die Kamera. Klar, der Typ will da einbrechen! Und bei den Männern, die aus dem Porno-Kino kommen, bleiben ja wohl keine Fragen offen, oder?
Bevor wir jetzt alle lachen: Wir sollten lieber vorsichtig sein. Denn Google erkundet gerade Deutschland mit seinen Kamerawagen. Also besser in der nächsten Zeit nicht irgendwelche Gitter hochkrabbeln oder Porno-Kinos besuchen - jedenfalls nicht ohne Maske, Perücke oder andere Camouflage-Strategien. Big Google is watching you! Kleiner Tipp: Sie erkennen die Autos meist an einem riesigen Kameraaufbau auf dem Dach. In München waren sie auch schon, und das überraschend schnell.
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Leser-Kommentare (1)
Guenter
Frauen in New York alle die mir in deutsch schreiben können.





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