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Simon Heinrich ESL München 2011

 

ESL Bundesliga: Die  Zocker-Profis

Bundesliga in München! Doch spielt nicht der FC Bayern und es tummeln sich auch keine hochgewachsenen Basketballspieler in der Halle im Münchner Osten. Die Spiele, die ausgetragen werden, finden nur auf dem Computer statt.

Von Philip Artelt und Simon Heinrich

Es ist Freitag, 18. November 2011, Bundesliga-Abend in der Münchener Tonhalle. Die Elite des eSports (elektronischer Sport) ist versammelt und wird in einer Dreiviertelstunde in den virtuellen Krieg ziehen: von Echtzeitstrategie bis zum vieldiskutierten "Killerspiel". Heute treten Echtzeitstrategen im Science Fiction-Spektakel Starcraft 2 gegeneinander an, während die schießfreudige Fraktion Counter Strike Source zockt. In diesem Spiel legen Terroristen Bomben, die von den Einsatzkräften entschärft werden müssen.

Bandenwerbung, Promoterinnen und Spiele für jeden

Die Halle ist in schummrigem Blau und Orange beleuchtet. Über der Bühne hängt eine riesige Leinwand, die später zur Arena der virtuellen Spiele werden wird. Hübsche Promoterinnen unterhalten die Besucher bevor es losgeht, denn auch im eSport wird gesponsert. Die Bandenwerbung übernehmen Hersteller von Bildschirmen und Prozessoren.

Hinter dem Eingang sind 14 Bildschirme in einem Halbkreis aufgestellt. Hier können die Zuschauer um die Wette spielen. In dem Computerspiel World of Tanks treten sie mit Panzern gegeneinander an. Geschätzte 20 Jahre sind die Zuschauer alt, sie sind im Schlabbershirt unterwegs und auf 20 Männer kommt eine Frau - das Klischee des männlichen Computerfreaks wird heute Abend mehr als bestätigt. Gespannt warten alle auf das erste "Starcraft 2"-Match. Einige sind für dieses Spektakel weit gereist, so auch Heiko, Linus und Wolfgang. Dass sie abfällig als "Nerds", also computersüchtige Sonderlinge bezeichnet werden, macht ihnen nichts aus. "Ich denke nicht, dass das eine negative Bezeichnung ist", meint Linus, immerhin verbringe er einen Großteil seiner Zeit vor dem Computer. Für ihn ist die Computerspiele-Bundesliga ein ganz normales Sportevent: "Es gibt Leute, die sich Schach anschauen. Das hier ist wie Schach mit besserer Grafik."

Auf der Bühne haben zwei junge Männer hinter großen Monitoren Platz genommen, der 24-jährige Giacomo Thüs, der sich im Internet nur "Socke" nennt und sein Kontrahent, der 25-jährige Thomas Ciolak, schlicht "kAra" genannt. Mit flinken Fingern spielen sie sich warm und versuchen, den Kopf freizubekommen für den Wettkampf.

Wie wir den Wettkampf zwischen Socke und kAra erlebt haben, lesen Sie auf der nächsten Seite.


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