Zena Holloway: Zauberwesen
Ihr Arbeitsplatz ist das Wasser. Ihre Models sind nach Ende des Shootings garantiert klatschnass. Aber das ist nicht wichtig. Was zählt, ist das Ergebnis: Zena Holloway kreiert Unterwasser-Fotografien mit einer zauberischen Leichtigkeit und technischen Finesse, die weltweit ihresgleichen suchen.
Von Andrea Ege
Heute zählt die 35-jährige Londoner Fotografin Zena Holloway nicht nur so große Namen wie Nike, Vogue, National Geographic, The Body Shop oder Greenpeace zu ihren Kunden, sie gehört auch zu den gefragtesten Unterwasserfotografen der Welt. Doch das war nicht immer so. Als sie im zarten Alter von 18 Jahren begann, aus purer Leidenschaft ihre zwei größten Hobbies miteinander zu kombinieren, fand sie wenig Ermutigung. Im Gegenteil. "Es ist unmöglich, nur von Unterwasserfotografie zu leben." So und so ähnlich lauteten die düsteren Prognosen derer, denen sie davon erzählte. Doch sie unterschätzten die Leidenschaft und Wissbegier, die Zena Holloway antrieb und es noch heute tut.
Auf der Suche nach dem Ungewöhnlichen
Technisch gesehen zählt die Unterwasserfotografie zu der schwierigsten ihres Fachs. Es ist nicht nur der Lichteinfall, der die Komposition des Bildes extrem limitiert. Farben entfalten eine ganz andere Wirkung als über Wasser. Und die Arbeit unter Wasser stellt hohe Anforderungen an den Fotografen: Technische Geräte wie Leuchten und Blitzgeräte müssen zur Unterwasser-Location transportiert werden und dort funktionieren. Die Locations müssen stimmen. Die Models dürfen nicht wasserscheu sein. Sogar die Temperatur des Wassers nimmt letztendlich einen Einfluss auf das fertige Motiv.
Doch zu Zenas größten Gaben zählt der Wille, Grenzen stets aufs Neue zu verschieben. Dies, kombiniert mit der Gabe auch spontan zu fotografieren, ergab ihren ganz persönlichen Stil, der ihr mittlerweile eine ganze Reihe von Awards für Fotografie eingebracht hat - und Werbeaufträge aus der Industrie. Am liebsten fotografiert Zena Holloway Tiere. "Aber ich bin auch immer auf der Suche nach neuen, ungewöhnlichen Motiven." Und wieviel Tauchgänge sie in ihrem Leben schon absolviert hat? "Keine Ahnung. Bei 1500 hab ich aufgehört zu zählen", lacht sie. Das sei vor ungefähr sieben Jahren gewesen. Und ein Ende der täglichen Taucherei ist nicht in Sicht ...
Einen sinnlichen Eindruck von der Unterwasserwelt der Fotografin erhalten Sie in unserer Bildergalerie.
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