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Zoppini Architecture Die mobile Insel als sichere Touristendestination in Krisenzeiten?

 

Künstliche Inseln: Die  Stadt  des  Korallenretters

Von Utopia, einer autarken Kunststadt im Meer, haben schon viele geträumt. R. Buckminster Fuller entwarf 1968 "Triton City", in den siebziger Jahren wollten britische Architekten eine Sea City als Waffe gegen die Überbevölkerung der Welt einsetzen. Anlässlich der Weltausstellung 1975 entwarf der Japaner Kiyonori Kikutake die künstliche Insel "Aquapolis". Doch all diese Visionen landeten im Papierkorb, weil sie technisch und finanziell nicht umsetzbar waren.

Wolf Hilbertz hat den Baustoff entdeckt, der seine Vision von der autarken Stadt im Meer möglich macht: Biostein. Der deutsche Architekt und Umweltdesigner versenkte Baugerüste im Meer und ließ Gleichstrom hindurchfließen. Bei der Elektrolyse spaltet sich das Salzwasser in seine chemischen Bestandteile auf – und am Minuspol, dem Eisengerüst, bildet sich daraufhin Gestein. Dieser Biorock lässt sich im Meer züchten, kann gemahlen und zu Hohlblocksteinen verarbeitet werden, ist supergünstig und ökologisch korrekt. Positiver Nebeneffekt: Korallen wachseln auf Biorock viermal schneller als auf natürlichen Riffen. Gemeinsam mit dem Korallenforscher Tom Goreau legt Hilbertz künstliche Riffe dort an, wo Korallen besonders durch die globale Klimaerwärmung bedroht sind, unter anderem vor den Malediven und bei den Seychellen.

Auf der Saya-de-Malha-Bank östlich der Seychellen, wo der Indische Ozean nur wenige Meter tief ist, hat Hilbertz den idealen Baugrund für seine "Ecopolis" gefunden. Ende der Neunziger hat er hier die ersten Stahlgerüste verankert, das Fundement für eine Stadt im Meer. Derzeit setzt Hilbertz seinen Biorock vor allem für die Rettung bedrohter Korallengärten ein, aber das Grundgerüst für seine Kunstinsel legt beständig an Substanz zu. Seine Vision von Utopia: ein gigantisches Schneckenhaus, in dem bis zu 50000 Menschen leben. Die Architektur schützt die Inselbewohner vor Stürmen. Auf den Höhen installierte Windräder sollen Energie, Entsalzungsanlagen Wasser gewinnen. Auch denkbar: Wellen- und Gezeitenkraftwerke. "Ecopolis" soll ja so autark wie möglich sein.


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