Swiss Photo Award: Schweizer Stil
Über 3000 Bilder nahm die Jury des "Swiss Photo Award" unter die Lupe. Dann stand der Sieger der begehrtesten Foto-Auszeichnung in der Schweiz fest: Die Fotografin Ester Vonplon - mit Bildern, die als Außenseiter galten und außergewöhnlich sind.
Von Andrea Ege
"Wenn das Wetter nicht mehr kaputt ist, werden wir spazieren gehen". So lautet der Titel der Fotoserie, die beim aktuellen "Swiss Photo Award" den ersten Preis holte. Und so seltsam wie der Titel klingt, so chancenlos ist das Leben derjenigen, die auf den Fotos zu sehen sind: Mitglieder einer ganz normalen Familie aus dem Kosovo. Fotografiert von Ester Vonplon.
Die Schweizer Fotografin lebt in Berlin. Weit weg davon, im Ort Rahovec taucht sie regelmäßig ein in den Alltag einer Familie, die in der von Schweizer KFOR Truppen geschützten Region eher überlebt. "Schon seit langem interessiere ich mich für diejenigen, die oft übersehen werden und vergessen gehen in unserer Gesellschaft", erklärt Ester Vonplon ihr Fotoprojekt. "Durch meine Arbeit will ich das Leben dieser Menschen kennenlernen und damit auch den Nachweis ihrer Existenz erbringen".
Bewußte Mängel
Wie brüchig diese Existenz wirkt, wird auf ihren Bildern auf zwei Ebenen dokumentiert: den Motiven und den technischen Mängeln der SW-Fotos - die die Fotografin bewusst einsetzt und kultiviert. Ein künstlerisches Konzept, das von der Jury des "Swiss Photo Award" als "Unmittelbarkeit, radikale Komposition und handwerkliche Anmut" umschrieben wurde - und das so außergewöhnlich war, dass es den mit 15 000 Franken dotierten Preis gewann.
In der Kategorie "Werbung" setzte sich Jonathan Heyer mit seiner Serie "Hase, Frosch und Wiesel ganz entspannt" - eine Auftragsarbeit des Migros-Label - gegen seine Konkurrenten durch. Die beste "Fine Arts" Auszeichnung ging an Vanessa Püntener für ihre Serie "Alp - Porträt einer verborgenen Welt". Den ersten Preis in der Kategorie "Redaktionelle Fotografie" holte sich Andri Pol mit seinen Porträts zum Thema "Albinojagd in Tansania". Roger Eberhard fotografierte in der Serie "So long, Cockaigne" die Menschen der ärmsten Region Russlands - und siegte damit in der Kategorie "Free".
Insgesamt hatten sich rund 450 Fotografen für den Kampf um das beste Bild beteiligt. Neben der Wahl der Gewinner wurden 18 Arbeiten von der Jury nominiert - zu sehen sind diese in unserer Bildergalerie.
- Hier können Sie einen passenden und weiterführenden Link zum Thema vorschlagen.





...mehr




