Swapping: Tauschen statt kaufen
Second-Hand-Laden, Ade! Jetzt wird "Geswappt". Wer jetzt noch Geld für Kleidung ausgibt, ist selber schuld, denn Swapping ist umsonst.
Von Markus Kastenhuber
Was ist Swapping?
Swapping bedeutet "tauschen" und das erklärt auch schon das Grundprinzip. Beim Swappen tauschen Menschen hochwertige gebrauchte Kleidung, Schuhe oder Accessoires. Swapping ermöglicht es Menschen an individuelle Kleidungsstücke zu unschlagbaren Preisen zu kommen: Umsonst, denn es wird ja getauscht. Schöner Nebeneffekt ist, dass Swapping hilft, die Müllproduktion zu verkleinern, da gebrauchte Kleidung recycelt wird.
Wie funktioniert Swapping?
Für Swapping gibt es eigentlich keine Regeln. Man muss nicht gleichwertige Gegenstände untereinander tauschen, solange beide Parteien mit dem Tausch zufrieden sind. Bei professionellen Swaps hingegen gibt es gewisse Vorschriften, an die man sich halten muss. So wird oft nur Frauenkleidung angenommen. Schuhe, Schmuck und Accessoires können häufig ebenfalls nicht "geswappt" werden. Dass die Kleidung in gutem Zustand und sauber, also frisch gewaschen sein muss, versteht sich von selbst. Bei einigen Veranstaltern tritt der Teilnehmer sogar beim Eintritt in die Veranstaltung sämtliche Rechte an seiner Kleidung ab. Dies ermöglicht den Veranstaltern, übrig gebliebene Artikel an wohltätige Einrichtungen zu spenden.
Wo kann man Swappen?
Es gibt zahlreiche Veranstalter wie beispielsweise "Swap in the City" , die professionelle Swaps organisieren. Je nach Veranstaltung zahlt man einen Eintrittspreis und verpflichtet sich, eine gewisse Anzahl an Kleidungsstücken zur Verfügung zu stellen. Dafür erhält man Punkte auf das eigene Swap-Konto, mit dem dann Objekte der eigenen Begierde "gekauft" werden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Bargeld in Punkte zu verwandeln, um so an mehr Swaps mitzuwirken. Oftmals sind Swapping-Events richtige Lifestyle-Partys, die die Gleichgesinnten mit Sektempfang, cooler Musik und leckeren Begrüßungshäppchen verwöhnen.
Wem das zu "hip" ist, der kann auch im Internet swappen. Es gibt einige Seiten, die sich auf Swapping spezialisiert haben. Emily Chesher zum Beispiel betreibt seit sieben Jahren die Seite "Swapstyle.com" . Ähnlich wie auf Ebay stellen User Fotos von ihren gebrauchten Gegenständen auf Swapstyle. Dann können andere User ihnen Swap-Anfragen senden. Wenn sich beide Parteien einigen, schicken sie sich die Gegenstände einfach per Post zu. Laut Emily Chesher hat Swapstyle bereits 50.000 User auf der ganzen Welt, die mit ihrer Seite Tausende von Euro sparen und dabei helfen, die Welt nicht weiter zu vermüllen.
Keine Lust auf Internet-Swapping oder professionelle Veranstaltungen? Veranstalten Sie doch einfach ein privates Swapping-Event mit Freunden. Das macht besonders viel Spaß, da es ohne vorgegebene Regeln funktioniert. Tausche DVD-Box gegen Buch? Kein Problem, denn jeder entscheidet alleine, was erlaubt ist und was nicht. Da lassen sich außer neuen Klamotten vielleicht auch neue Seiten an den eigenen Freunden entdecken.
Warum ist Swapping so cool?
Neben dem erheblichen Spaß-Faktor beim Swapping und der Tatsache, dass man günstig an neue, aufregende Mode kommt, ist vor allem die Umweltfreundlichkeit des Tauschens ein Grund für die steigende Beliebtheit des Trends. Durch Swapping trägt man dazu bei, die Vermüllung des Erdballs zu stoppen. Durch den modernen Tauschhandel wird Müll während der Produktion, dem Transport und dem Verkauf verringert.
Die nächsten Events von Swap in the City:
München, 22. Mai 2011
Düsseldorf, 19. Juni 2011
Stuttgart, 3. Juli 2011
Berlin, 28. August 2011
Frankfurt, 11. September 2011
Köln, 16. Oktober 2011
In unserer Bildergalerie finden Sie Bilder und Infos zu aktuellen und zukünftigen Swap-Events und Swap-Seiten im Internet.
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