Stelianour Sani: Power pur
Zu seinen Kunden zählen Vogue, Elle, H&M, Avon, BBC und mehr. Der in London ansässige Fotograf Stelianour Sani gehört zu den kreativsten Vertretern seiner Branche. Im Interview mit MAX erzählte er, worauf seine kreative Power basiert, wie ein typischer Tag aussieht und wovon er träumt.
Wie bist Du zur Fotografie gekommen?
Ich träumte als Kind davon, Schauspieler oder Cinematographer zu werden. Mit 12 Jahren bekam ich die Kinderhauptrolle bei einem Casting für einen
Film, der in Australien gedreht werden sollte. Meine Eltern fanden jedoch, dass ich zu jung wäre, um alleine ans andere Ende der Welt zu reisen - und ich musste zuhause bleiben. Ich verbrachte dann viel Zeit mit meinem Dad, um ihm bei allen möglichen handwerklichen Tätigkeiten zu helfen - wofür ich ihm heute sehr dankbar bin, weil ich dabei von ihm soviel gelernt habe, dass ich meine Sets/Bühnenaufbauten oder Möbel aller Art selbst entwerfen und bauen kann. Und irgendwann dazwischen hab ich mit dem Fotografieren angefangen.
Was hast Du studiert?
Nach meiner Grundausbildung in Kunst & Design habe ich Grafik, Design und Photography studiert und mein Diplom in Grafik, Kommunikation und Photography gemacht.
Woher kommt die Inspiration für deine Fotos?
Real storys from real life. Das Leben an sich.
Wie sieht dein typischer Alltag aus?
Der typische Tag fängt um 7 Uhr an, nach einer kalten Dusche und einem Proteinshake checke ich mich mit meiner Assistentin kurz, was am jeweiligen Tag anfällt, telefoniere eventuell selbst noch mal mit Agenturen oder Kunden, bereite Castings oder diverse Dinge für ein bevorstehendes Shooting vor, wie zum Beispiel Requisite, Bühnenbau, Licht, etc.
Und wenn du einmal nicht arbeitest?
Wenn es die Zeit und das Wetter erlaubt, gehe ich zum Paragliding oder Drachenfliegen oder nehme weitere Flugstunden für meinen Pilotenschein. Oder ich gehe Modellflugzeug fliegen. Die baue ich auch selbst und versuche, sie immer wieder zu optimieren. Im Sommer widme ich mich dem Speerfischen, gehe in die Berge oder arbeite an meinen Skulpturen aus Stein und Holz für eine Vernissage, die ich für nächstes Jahr geplant habe. Zu guter Letzt fehlt mir noch das letzte Kapitel für mein Buch, das nächstes Jahr erscheinen soll. Kurz und gut: Eigentlich brauche ich einen 48-Stunden-Tag.
Ein Buch? Um was geht es genau?
Das Hauptthema des Buches sind Frauen und die Erfahrungen, die ich mit ihnen in meiner Fotografenlaufbahn gemacht habe. Über die innere oder auch fehlende innere Schönheit der Frauen. Ihre Beweggründe, Ängste, eine Art psychologischer Ratgeber.
Wie hältst du dich fit um das ganze Pensum zu bewältigen?
Ich ernähre mich meistens sehr gesund und ausgewogen, ausser wenn ich für Freunde koche. Ich bin leidenschaftlicher Koch. Da darf es dann auch mal etwas kalorienreicher sein. Und ich versuche jeden Tag Sport zu machen und schlafe maximal fünf bis sechs Stunden.
Hast du auch Lieblingsfotografen?
Es gibt sehr viele gute Künstler. Besonders gefallen mir die Werke von Joseph Nicéphore Nièpce, Helmut Newton oder Bob Carlos Clarke.
Hast Du einen Traum, den du gerne verwirklichen würdest?
Oh einige! Ich würde gerne mein eigenes Flugzeug entwerfen und bauen, mit meinem Gleitschirm den Grand Canyon überfliegen, meine eigene Flugschule aufmachen oder mich einfach eines Tages mit meiner Familie in einem exotischen Domizil zur Ruhe setzen und die Zeit genießen.
Einen Einblick in die fotografische Kreativität Stelianour Sanis gibt unsere Bildergalerie. Mehr Infos bietet seine Homepage.
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