Tier-Mode: Pimp my dog
Glitzer, Glamour, teurer Schmuck: Die Pet Fashion Week in New York hat Hundebesitzern die Trends der nächsten Saison gezeigt. Was die Vierbeiner selbst von Baskenhüten, Pfauenfedern und Satincapes halten, lässt sich allerdings nur vermuten.
Von Markus Weiß
Der Chihuahua heißt David Beckham, der Spitz Mick Jagger, diese Hunde sind etwas ganz Besonderes. Nur ihr eigenes Fell zu tragen wäre den edlen Vierbeinern viel zu normal. Sie pimpen sich mit Juwelen, tragen edle Stoffe und schmücken sich mit fremden Federn. Für simple Straßenköter ist auf der Pet Fashion Week definitiv kein Platz.
Balinesische Tanzkostüme, vergoldete Tiaras oder ein Pfauenkostüm - die Modewoche für Haustiere in New York hat luxuriöse Accessoires für den gehobenen Geschmack auf den Laufsteg gebracht. Vor Einkäufern aus der ganzen Welt zeigten Bulldoggen, Chihuahuas und Fox-Terrier Designer-Modelle aus etwa zwanzig Modehäusern. Was jedoch bei Frauchen und Herrchen Freudenschreie auslöst, macht aus dem Hund ein Maskottchen. Schwanzwedeln Fehlanzeige!
Doggen im Satinumhang
"Mode ist dann erfolgreich, wenn man permanent das Gefühl hat, nichts zum Anziehen zu haben." Dieses Zitat könnte von der fiktiven Modemagazin-Chefin Miranda Priestley aus "Der Teufel trägt Prada" stammen. Doch während sich die meisten Hunde im wahrsten Sinne bereits pudelwohl in der eigenen Haut fühlen, darf es für die Besitzer immer ein bisschen mehr sein. Man will schließlich auffallen. Also zeigt Chai, eine Bulldogge mit kurzem Haar und blauen Augen, den Zuschauern beim Défilée am Sonntag kurzerhand einen mit Strass bestickten Umhang aus rosa und bronzefarbenen Satin. Der letzte Schrei oder einfach zum Heulen?
In manchen Fällen reicht es nicht einmal, den Hund zu verpacken: Er soll auch anders riechen. Stacy Braverman, die eine Website für Haustier-Luxusprodukte betreibt, brachte Chihuahua Lola mit. Die Hündin bezauberte die männlichen Vierbeiner in der Show mit einem Duft aus ihrer eigenen Linie für Schönheitsprodukte.
40 Milliarden Dollar für den Vierbeiner
Im Austellungshaus in Manhattan zeigten die Hersteller neben der neuesten Mode auch Vitaminpräparate, Taschen, Leinen und Möbel für die Tiere. "Es ist fantastisch", schwärmte eine japanische Einkäuferin aus Tokio. Die Amerikaner seien einfach führend in der Haustiermode. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten geben Besitzer laut einer Statistik des Verbands der Hersteller für Haustierprodukte (APPMA) rund 40 Milliarden Dollar jährlich für ihre vierbeinigen Freunde aus. Das entspricht dem Wert von über 13 Millionen diamantenen Kolliers für Hunde, die es auf der Pet Fashion Week neben Shampoo und Möbeln zu kaufen gab.
Und was bei Hunden funktioniert, kann bei Katzen doch nicht falsch sein. Zum Abschluss machte eine elegante schwarze Katze mit vergoldeter Halskette aus dem Laufsteg einen echten Catwalk. Vermutlich war ihr hundselend beim Gedanken an die eigene stylische Zukunft.
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