Von Andreas Buchmann
Ein Fluss in Afrika. Zwei ausgewachsene Elefanten stampfen durch das Wasser, vor ihnen flüchten zwei leicht bekleidete Frauen. Die eine stürzt - die andere versucht, ihr aufzuhelfen.
Die Macht der Natur und gleichzeitig ihre Verletzlichkeit - das war das Thema von Fotograf Peter Beard, als er die Bilder für den neuen Pirelli-Kalender geschossen hat. Dabei hat er sich ausschließlich für afrikanische Locations entschieden. Die beiden Orte könnten unterschiedlicher nicht sein: Der eine Teil der Bilder entstand im Okavango-Flussdelta, der andere in der Kalahari-Wüste. Beard stellt frei lebende, wilde Tiere im Einklang mit der Natur dar und kombiniert dieses Motiv immer wieder ungewöhnlich mit seinen Models. So ist es etwa ein echter Hingucker, wenn zwei Frauen an den Stoßzähnen eines schreienden Elefanten hängen.
Kenia-Kenner
Beard weiß, wovon er redet. Er reiste erstmals in den 50er-Jahren nach Afrika und besitzt mittlerweile eine Farm in Kenia. Schon seit Jahren kämpft er für den Klimaschutz und für angemessene Lebensräume der afrikanischen Tiere. "Mein wahres Leid ist die Zerstörung der Natur auf globaler Ebene. Wir haben vollständig vergessen, worauf sich die Entwicklung stützt und wie wichtig die Unterschiede in der Natur sind. Es ist die Grundlage für unser Überleben", erklärt Beard.
Entsprechend umweltschonend wurde auch der Kalender produziert. Pirelli unterstützt das Projekt ZeroImpact von LifeGate, das einen Tropenwald-Abschnitt in Costa Rica erhalten soll. Dadurch wollen die Macher die CO2-Belastungen durch die Herstellung des Kalenders ausgleichen. Das Papier ist chlorfrei gebleicht und recycelt.
Traditionsbruch
Der Pirelli-Kalender erscheint seit 1964 und Beard hat jetzt mit einer althergebrachten Tradition gebrochen: Beim Foto-Shooting verwendete er erstmals nicht nur eine analoge Kamera, sondern auch digitale. Über 60 000 Bilder sollen während der Arbeit zusammengekommen sein. Aus der Vielzahl der Aufnahmen wählte Beard 56 aus, sodass der Kalender dieses Mal eher wie ein Buch aussieht. Darüber hinaus plant er noch, einen Band mit weiteren Fotos herauszubringen.
Genauso wichtig wie die Tiere waren Beard bei den Aufnahmen die Models. Die einzige Möglichkeit, um die Natur vor der rücksichtslosen Zerstörung durch den Menschen zu retten, ist für Beard die Wahrheit und Schönheit. Letzteres wird zur Genüge geboten. Ein Hochglanz-Motiv jagt das nächste. In der aktuellen Ausgabe waren sieben Profi-Models dabei, einige hatten auch schon in den Vorjahren unter anderen Pirelli-Fotografen gearbeitet.
Ausgesuchte Kalender-Kunden
Wer einen Kalender bekommen will, muss leider zum erlauchten Kreis der Freunde des Hauses gehören. "The Cal" ist nicht frei verkäuflich. Doch glücklicherweise finden Sie die besten Fotos aus der 2009er-Version in unserer Bildergalerie.
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Leser-Kommentare (3)
Trotz allem Edelerotik
Nun ja du realist, auf Silikon-titten stehe ich auch nicht. aber nicht alles was schön gestylt ist, muß gleich mit silikon aufgeblasen sein. Wenn man schöne Edelerotik nicht mag, kann man es ja auch ruhig sein lassen. Schöne Inszenierungen bleiben es trotzdem, weit entfernt von Schaufensterpuppen






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