SUCHE BEI MAX

HomeCityguidePopkulturLifestyleShop
AFP Damien Hirst

 

Damien Hirst: Revolutionär  oder  Verräter?

Diamantenbesetzte Totenköpfe, vergoldete Kalbsleichen und einbalsamierte Haifische: Mit seiner Kunst provoziert der britische Künstler Damien Hirst die Massen. Und macht dabei richtig viel Geld. Sein letzter Deal: 140 Millionen Euro.

Man nehme eine frische Leiche, eine Prise Verwesungsgeruch und ein paar Kilo reines Gold. Dazu die teuersten Diamanten, die aufzutreiben sind und fertig ist ein Damien Hirst. Mit seinen provokativ-dekadenten Skulpturen sorgt der britische Künstler für reichlich Aufregung. Doch es ist nicht nur seine Kunst, die polarisiert. Er entzweit die Branche mit der Art und Weise, wie er seinen Reichtum vervielfacht.

Sein bisher spektakulärster Coup: Bei einer zweitägigen Versteigerung im Auktionshaus Sotheby's mit dem Titel "Beautiful Inside My Head Forever" verkaufte er in nur zwei Tagen mehr als 200 seiner Werke zu einem Gesamtpreis von rund 140 Millionen Euro. Damit stieß er sogar den bisherigen Rekordhalter Pablo Picasso von seinem Thron, der 1993 mit der Versteigerung von 88 Werken für 14 Millionen Euro aufgestellt wurde.

Millionenschweres Schlachtvieh

Zu den Verkaufsschlagern der Auktion gehörten unter anderem "The Golden Calf", ein einbalsamiertes Kalb mit vergoldeten Hufen und Hörnern, das für rund 13 Millionen Euro versteigert wurde. "Fragments of Paradise", eine Komposition aus Edelstahl, Glas und Diamanten, brachte fast 6,5 Millionen Euro ein. Für einen in Formaldehyd eingelegten Tigerhai mit dem Titel "The Kingdom" wurden spektakuläre 12,2 Millionen Euro bezahlt. Mit seinen bombastischen Preisen für seine Werke ist der 43-Jährige derzeit der bestverkaufte moderne Künstler weltweit. Sein Vermögen wird auf 1,25 Milliarden Euro geschätzt.

Doch Reichtum alleine reicht dem Enfant Terrible der modernen Brit-Art, der zeitgenössischen britischen Kunst, nicht. Damien Hirst möchte die Regeln des Kunstmarktes neu schreiben und es sieht so aus, als sei er auf dem besten Weg dahin. Der Installations- und Aktions-Künstler brach die Konventionen, indem er eine so große Sammlung nicht wie üblich über eine Galerie oder einen Händler, sondern in einem Auktionshaus verkaufte.

Die Hirst-Revolution

Auf diese Weise konnte er den Anteil von 50 Prozent, der normalerweise an die Galeristen geht, selbst einstreichen. Das gilt als Revolution in der Branche. Zumal Galeristen vorab viel Zeit und Geld in den Aufstieg unbekannter Künstler investieren, um später an ihren Verkäufen mitzuverdienen. Und genau darum werden sie nach Hirsts Verkaufsmodell betrogen. Bei Galeristen und Händlern geht daher inzwischen verstärkt die Sorge um, sie könnten in Zukunft aus dem Markt ausgeschlossen werden.

Der Brite sieht den Verkauf über ein Auktionshaus allerdings als demokratischeren Weg und sagte dazu: "Der Markt ist größer, als alle glauben. Ich liebe Kunst, und das hier beweist, dass ich nicht alleine bin, und dass die Zukunft für alle großartig aussieht." Eine solche "One-Man-Egomanen-Show" kommt allerdings nur für Künstler von Hirsts Kaliber in Frage, die bereits eine große Macht auf dem Kunstmarkt besitzen.


1 | 2 | 3

vor
PASSENDES IM NETZ
Leser-Kommentare (2)
jj9999 (26.10.07 - 15:41)
So ähnlich

vor zwei oder drei jahren hab ich soetwas ähnliches, einen discokugel-totenschädel in einer düsseldorfer galerie gesehen...Das war die Galerie Sies Höke und der Künstler heißt Christoph Steinmeyer mit "Disco Inferno", 2004

BEITRAG SCHREIBEN

Überschrift

Name


Ihr Kommentar 
AGB

Beitrag abschicken

City

Guide


London

Teuer, extravagant und abgehoben - aber niemals langweilig! London rules!

Hotels

Restaurants


Nightlife

alle Tipps