Baukunst: Grosse Baumeister
Sie träumen nicht nur groß, sie bauen ebenso. Sir Norman Foster, Frank Gehry oder Ole Scheeren gehören zur Elite der Architekturszene. Im Rennen um das spektakulärste Gebäude übertrumpfen sie sich immer wieder gegenseitig - ein Rennen ohne Ende.
Von Markus Weiß
Das Architekturbüro Skidmore, Owings und Merrill kann sich freuen, sein Entwurf für das höchste Gebäude der Welt hat gewonnen. In knapp einem Jahr soll der "Burj Dubai" fertig sein. Schon jetzt hat der Turm Dubais den "Taipeh 101" als höchstes Gebäude der Welt abgelöst. Nach 512 Metern ist für Smith jedoch noch lange nicht Schluss, rund dreihundert Meter soll der Koloss in den Vereinigten Arabischen Emiraten noch wachsen und damit über einem neuen Stadtteil der Superlative thronen.
Mehr als 20 000 Arbeiter stampfen die vielen Großprojekte derzeit aus dem Wüstensand. Der Nahe Osten ist nicht mehr nur reich an Erdöl, dank der Fülle an Bauprojekten ist er das neue Mekka für Architekten. Nicht alle Länder der Welt haben Platz oder Geld für deren kühne Entwürfe.
Ein Vogelnest Peking
Ein weiteres Paradies für die Baumeister ist derzeit Peking. Für die olympischen Sommerspiele 2008 hat sich das Bautempo in der sowieso von Hektik geprägten Metropole noch einmal erhöht. Die Entwürfe für das neue "Beijing" stammen von der Crème de la Crème der Architekturszene.
Sir Norman Foster baut den neuen internationalen Flughafen, Ole Scheeren den neuen CCTV-Firmensitz, Paul Andreu entwarf das "Grand Theatre Beijing" und das Architektur-Duo Herzog und de Meuron lieferte einen besonders kühnen Entwurf für das neue Olympiastadion. Das gigantische Vogelnest bietet Platz für 91 000 Zuschauer. Rund um die Uhr arbeiteten an die 10 000 Arbeiter an dem bizarren Sportpalast, der nebenbei auch noch über das größte Schiebedach der Welt verfügt.
Hochbau nach Tiefschlag
Auch in Amerika gibt es einen Hotspot, an dem sich die Elite der Architekten derzeit austobt. Ground Zero, der durch eine der größten Tragödien der Menschheit zu zweifelhaftem Ruhm gekommene Fleck in Lower Manhattan, ist eine der größten Baustellen weltweit. Daniel Liebeskind baut den Freedom Tower, Norman Foster direkt daneben sein "200 Greenwich Street"-Hochhaus und Pritzker-Preisträger Richard Rogers ergänzt die neue Skyline von New York ebenfalls mit einem seiner ungewöhnlichen Entwürfe.
Wenngleich Rogers den renommierten Architekturpreis erst 2007 erhielt, mit dem Centre Pompidou in Paris oder dem Llyods-Gebäude in London drückte er den internationalen Metropolen bereits zu Lebzeiten seinen Stempel auf.
Schnelllebige Superlative
Ob unbewusst oder voll Kalkül, die Architekten dieser Welt liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Superlative. Immer höher, größer, weiter werden ihre Visionen. Der Burj Dubai wird den Titel als höchstes Gebäude der Welt vermutlich nur kurze Zeit tragen. Schon jetzt existieren Entwürfe für ein noch größeres Projekt. Bald soll ein 1,2 Kilometer hoher Turm die Skyline von Dubai schmücken. Der "Al Burj" ("Der Turm") wäre damit viermal höher als das Empire State Building, dreimal so hoch wie der "Taipeh 101" und mit dank der 300 Meter hohen Antenne rund doppelt so hoch wie der "Burj Dubai".
Mehr aufregende Entwürfe der Star-Architekten in der Bildergalerie
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Leser-Kommentare (1)
LEICHTOM
EINE 30000 W BURNE





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