The Voice of Germany: Die finale Stimme
Endspurt für die Show "The Voice of Germany". Nach 16 Folgen ist es Zeit für den Überraschungserfolg unter den Castingshows, zu zeigen, was wirklich in ihm steckt. Wird das Finale am Freitag spannend?
Von Martin Haldenmair
Casting-Shows sind in der deutschen Fernsehlandschaft nun nicht gerade selten. Wenn ein Privatsender eine Lücke im Programm hat, siedelt sich dort eine solche Show an. Gesucht wird dann nach Nachfolgern unbekannter Zauberer, nach Sommerschönheiten, für die sich keiner interessiert oder nach Supertalenten mit nach dem x-ten Sehen immer noch nicht gesehenen Talenten. Entsprechend schnell verschwinden viele Newcomer auch im Quotengrab und vom Bildschirm. Nicht so "The Voice of Germany". Die zweite Staffel ist schon geplant, denn die Sendung war ein Überraschungserfolg.
In der ersten Phase der Show, den Blind Auditions, schalteten zunächst gute drei dann sogar mehr als fünf Millionen Zuschauer ein. Das ist beachtlich angesichts der riesigen Konkurrenz und der Tatsache, dass "The Voice of Germany" auch nichts anderes macht, als Leute singen zu lassen, die keine Stars sind. Die Show aber wirkte ehrlicher, echter: Es gab keine talentlosen Kandidaten, die nur ausgewählt wurden, um der Jury zum Fraß vorgeworfen zu werden. Stattdessen suchte die Jury sich die Teilnehmer nach dem Gehör zusammen. Das hatte es noch nicht gegeben im deutschen Fernsehen.
Durststrecke nach den Blind Auditions
Danach aber wurde die Sache etwas müde. Die Battle-Runden und Live-Shows begannen und ließen den Zuschauerzahlen langsam wieder sinken. So nett das Format ist und so lieb die Jury ihre Kandidaten auch immer coacht - sie dauern einfach zu lang. In doch sehr ähnlichen Runden treten die - ja zugegeben: talentierten - Teilnehmer gegeneinander an und ihre Coaches reagieren immer Verständnisvoll und nett. Am Ende schrumpft die Zahl. Nun sind es nur mehr vier Kandidaten, einen für jedes Jurymitglied. Max Giesinger für Xavier Naidoo, Ivy Quainoo für The BossHoss, Kim Sanders für Nena und Michael Schulte für Rea Garvey.
Damenvorteil im Finale
Alle vier haben Stimmen. Gute Stimmen. Das gab es vielleicht tatsächlich noch nie in einer vergleichbaren Casting Show. Allenfalls Max vermochte, nicht so ganz, das Publikum im Halbfinale zu überzeugen. Er scheint auch der schwächste der Vier in Sachen eigener Ausdruck zu sein. Den umgekehrten Weg geht Michael, der extra viel Gefühl in jeden einzelne Note zu gießen versucht und seine noch jungen Stimme leicht quetscht, um ihr mehr Charakter zu geben. Besser geformte Stimmen haben die beiden weiblichen Kandidaten - sie haben beide auch mehr Gesangserfahrung als die Herren. Die Entscheidung wird also schwierig zwischen doch sehr ähnlichen Bewerbern.
Gemischte Bilanz also einen Tag vor Finale. Auf der positiven Seite: Die Jury versteht was von Musik und sie macht die Kandidaten nicht fertig. Auf der negativen Seite: Die Finalisten ähneln sich sehr und doch sehr Harmoniebedürftig. Wir sind gespannt, ob die Show es schafft, das Finale spannend zu halten.
Mehr von den vier Finalisten sehen Sie in unserer Bildergalerie.
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