Ciao 2011: Top 5 Blicke zurück
Das neue Jahr ist endlich angebrochen: Die unzähligen Jahresrückblicke sind endlich vorbei! MAX Online hat sich noch einmal alle relevanten angeschaut und zieht ein Fazit. Welcher Rückblick hat überzeugt? Welchen können wir uns im nächsten Jahr getrost schenken?
Von Martin Schneider
"2011, ganz nah", Sat1. Johannes B. Kerner
Das Konzept: Johannes B. Kerner reist um die Welt und trifft Menschen, die in diesem Jahr eine Rolle gespielt haben. Unter anderem Fußballtrainer Jürgen Klopp, Sängerin Lady Gaga oder auch die Schülerin Tessa, die eine der bekannt gewordenen Facebook-Partys initiiert hat.
Positiv: Auf ein Studio wird verzichtet, Kerner ist stets vor Ort. Es vermittelt einen authentischen Eindruck, wenn Kerner an einem norwegischen Fjord mit einem Betroffenen des Massakers redet.
Negativ: Der Moderator selbst. Der Jahresrückblick ist eine Kerner-Show, bei der der Moderator im Mittelpunkt steht und nicht die Themen oder etwa die Gäste. Auch Kerners Talkshow-Moderations-Stil wirkt fehl am Platz. Seine Show in Sat 1. scheiterte. Im Jahresrückblick sehen wir, warum.
MAX Online-Urteil: 1 von 5 Sternen
"Menschen Bilder Emotionen 2011", RTL, Günter Jauch
Das Konzept: Günter Jauch moderiert eine Jahresrückblicksshow, in der abwechselnd Prominente und normale Menschen zu Wort kommen. Prominente, weil sie das Jahr in irgendeiner Weise geprägt haben, normale Menschen, weil sie eine beeindruckende Geschichte zu den Ereignissen zu erzählen haben.
Positiv: Es kommen Menschen zu Wort, deren Sicht der Dinge neu ist und die der Zuschauer noch nicht kennt. Beispielsweise deutsche Techniker, die in Fukushima arbeiteten, ein Mann, der während des Attentats in Oslo zwanzig Jugendlichen das Leben rettete oder ein Freiburger Junge, der vom Papst persönlich eingeladen wurde.
Negativ: RTL wählt die Prominenten aus, die in irgendeiner Verbindung zum Sender stehen. Die Klitschko-Brüder (RTL überträgt die Boxkämpfe), Comedian Gaby Köster (ihre Sendung lief auf RTL) oder Sängerin Maite Kelly (sie tanzte in der RTL-Show "Let's Dance"). Das ist zuviel Resteverwertung. MAX Online-Urteil: 2 von 5 Sternen
"Jahresrückblick", ARD, Tom Buhrow und Caren Miosga
Das Konzept: Tom Burow und Caren Miosga, beide vom Nachrichtenmagazin "Tagesthemen" bekannt, stellen in 40 Minuten die Themen des Jahres vor. Passend zu den beiden Tagesthemen-Moderatoren ist der Rückblick im Nachrichtenstil gehalten. Burow und Miosga arbeiten die Themen in Beitägen von drei bis vier Minuten ab und. wechseln dabei immer zum Ort des Geschehens, manchmal zum Original (Berlin, New York), manchmal zu einer Aufstellwand (Athen). Ab und an kommt ein Gesprächspartner zu Wort.
Positiv: Informativ, neutral, kurz und knapp. Streng nach den journalistischen Regeln zusammengesetzter Beitrag. Für Puristen genau das Richtige.
Negativ: Burow und Miosga wirken ohne Tisch vor den Beinen als Moderatoren unbeholfen. Der Touchscreen, mit dem sie die Beiträge ins Bild ziehen, ist unnötig. Außerdem gibt es nichts Neues. Der Rückblick beschränkt sich auf das reine Aufarbeiten.
MAX Online-Urteil: 3 von 5 Sternen
"Heute-Show", ZDF, Oliver Welke
Das Konzept: Die Satire-Sendung sendet einen Mix aus alten Beiträgen und neuen Show-Einlagen zu den Themen des Jahres - vor allem Themen, über die man sich in irgendeiner Weise lustig machen kann. Also hauptsächlich Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg und die FDP. Weniger geeignet sind der Amoklauf in Oslo und die Tsunami-Katastrophe in Japan.
Positiv: Die Satire ist bissig, die Witze originell und manche Themen werden auf diese Art und Weise besser aufgearbeitet, als in sachlich neutralem Ton. Die Heute-Show bleibt sich treu, auch beim Jahresrückblick. Außerdem positiv: Gernot Hassknecht.
Negativ: Alte Beiträge zu senden wirkt unnötig. Es gäbe noch so viel Neues zu Merkel, Brüderle und Co. zu sagen. Auch und vor allem mit dem Abstand von einem Jahr. Der Heute-Show-Fan langweilt sich.
MAX Online-Urteil: 4 von 5 Sternen
"Album 2011 - Bilder eines Jahres", ZDF, Matthias Fornoff
Das Konzept: Der Klassiker, der seit 1981 jedes Jahr gesendet wird, arbeitet das Jahr Monat für Monat ab. Es gibt keinen Moderator, nur einen Sprecher. Der schildert die Ereignisse und kommentiert sie knapp. Außer Bildern und Sprecher gibt es keine weiteren Extras.
Positiv: Der Jahresrückblick ist kein Ego-Stück, dennoch ist die persönliche Handschrift des Sprechers erkennbar. So wird aus der Rekapitulation eine journalistische Einordnung, und wir können uns nach der Sendung an die Ereignisse des Jahres erinnern.
Negativ: Er ist für seine Qualität zu wenig prominent.
MAX Online-Urteil: 5 von 5 Sternen
Die Moderatoren der Show sehen Sie in unserer Bildergalerie.
Wir haben uns den Rückblick für 2011 gespart und dafür gleich einen für 2012 geschrieben. Lesen Sie hier den ersten Rückblick für 2012.
- Hier können Sie einen passenden und weiterführenden Link zum Thema vorschlagen.





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