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William Kerdoncuff/Tillate.com Tecktonik

 

Tecktonik: Die  Subkultur  zuckt

Ein neuer Tanzstil erobert die Clubs und Straßen von Paris. Tecktonik heißt der heiße Mix, der sich langsam, aber sicher zum Massenphänomen wandelt.

Von Andrea Ege

Sucht man nach den Wurzeln des neuen Tanz-Trends wird man schnell fündig: Seinen Ausgangspunkt nahm der neue Hype der Pariser Szene im angesagten Nachtclub "Metropolis". "Tecktonik Killer" hieß die Party, auf der der eigenwillige Tanzstil entstand. Die musikalische Kulisse: Techno und Electro. Versucht man den neuen Stil einzuordnen, wird es schon schwieriger. Für manche ist es eine Mischung aus Modern Dance und Breakdance. Andere bezeichnen es als Mix aus Crumping, Vogue-ing und Clowndance. Wieder andere ordnen es eher irgendwo zwischen Techno, Smurf und Hip-Hop ein oder sehen es als eine Weiterentwicklung des Jumpstyle, bei dem auch die Arme miteinbezogen werden.

Adler und Stern als Logo

Und so sieht es aus: Die Beine bilden beim Tecktonik eine Art rhythmische Statik, wippen oder hüpfen geschmeidig im Takt, elastisch die Knie, Bewegungen durch den Raum erfolgen oft durch Moonwalk-ähnliche Schritte. Doch meist bleibt der Tänzer auf einem eng begrenzten Fleck. Die Hauptrolle übernehmen Oberkörper und Hände. Sie umschmeicheln Kopf, Schultern und Oberkörper. Im Gegensatz zum Rumpf holen die Bewegungen hier weit aus, greifen tief in den Raum und finden doch immer wieder zum Körper zurück. Alles in allem gleicht Tecktonik einem körperumgreifenden rhythmisch-geschmeidigem Zucken.

Passend zur Tanztechnik muss natürlich das Outfit stimmen. Eine Art Hahnenkamm-Frisur, früher auch Irokesenschnitt genannt, oder eine Cap gehören ebenso zum Markenzeichen eines Tecktonik-Tänzers, der ernst genommen werden will, wie Röhrenjeans, mit Adler- und Sternlogo verzierte T-Shirts und Tank-Tops, fluoreszierende Farben und massige, gerne auch leuchtende Turnschuhe. Ganz Mutige zeichnen sich einen schwarzen Stern ums Auge.

Die Vermarktungsmaschine läuft auf Hochtouren

Aus der Subkultur stammend hat sich Tecktonik schnell seinen Weg an die Oberfläche erkämpft. Mittlerweile gibt es in ganz Paris Tecktonik-Battles. Sogar die ersten Tanzschulen schwimmen schon mit dem Trend. Zudem läuft die Vermarktung des neuen Phänomens auf Hochtouren. Die erste Kleidermarke namens "Tck" bietet bereits das fertige Outfit für den Tecktonik-Fan an. Auch Plattenfirmen, Haarpflegeprodukt-Hersteller und Radiosender sind auf den Zug aufgesprungen. EMI Music wird am 23. Mai in Deutschland die Compilation "Tecktonik Vol. 4" veröffentlichen. Gleichzeitig wird die "offizielle TCK Hymne" von DIM CHRIS "Sucker" an die Clubs verteilt.

Doch die größte Verbreitung findet nach wie vor in dem Medium statt, in dem sich die meisten Jugendlichen am wohlsten fühlen: Unzählige Filmchen auf diversen Video-Plattformen zeugen vom Können der Tänzer. Und oft folgen die Clips der Regel: je pixeliger, desto besser die Performance. Ein bisschen Subkultur ist also trotz aller Vermarktung des neuen Tanzstils durchaus noch spürbar ...

Tecktonik im Video-Clip

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Leser-Kommentare (18)
moep (11.10.11 - 02:43)
mehr sag ich dazu nicht!

http://www.miniih.com/miniiblog/hazaramongol/files/633720105425875510-tecktonik(5).jpg

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