Spencer Tunick: Rückblick: Nackte Masse
"Runter mit dem Fummel und die Arme hoch!" - Mit nicht ganz so saloppen Befehlen dirigierte der berühmte Fotograf Spencer Tunick die splitternackte Model-Masse in seiner jüngsten Installation: vor der Oper in Sydney.
Von Andrea Ege
Greift er zur Kamera strömen die Nackten in Massen. Spencer Tunick gehört zu den berühmtesten Fotografen der Welt. Nicht weil er schöne Frauen auf seinen Bildern noch schöner darstellt. Nein. Er lässt Menschenmassen die Hüllen fallen. Und lichtet sie dann ab. Und sie tun es für ihn mehr als gern.
So gern, dass auch bei seiner jüngsten Installation mehr als doppelt soviel Nackedeis seinem Ruf folgten, als er dachte. Das Motiv: Ein Menschenmeer im Adamskostüm tummelte sich am 1. März 2010 vor der Oper in Sydney. Mit rund 2000 Models hatten die Veranstalter gerechnet. Es kamen 5200. Genug Fleisch, um es so spektakulär wie immer bei Spencer Tunicks Foto-Shootings abzulichten.
Ein Meer aus Mini-Brüsten
Dabei konzentrierte sich der Fotograf in Sydney wie immer nicht auf Details, sondern die Masse. Wie winzige Fleischbällchen erscheinen die tausende von Pos auf den Bildern. Die unzähligen Brüste sind bei dem Gesamtaufnahmen fast nicht mehr zu sehen.
Was für Tunick stets am meisten zählt, ist die Ästhetik der nackten Massen. Er konstruiert aus seinen Models riesige Fleischskulpturen. Oder platziert sie in Locations, die den hüllenlosen Helfern einen spektakulären Hintergrund liefern.
Und offensichtlich entkleideten sich diese auch in Sydney wieder sehr gern. Sämtliche Lautsprecher-Befehle Tunicks wurden sofort erhört. Es machte keinem ein Problem, die unterschiedlichsten Stellungen einzunehmen und sogar den teils wildfremden Nackedei-Nachbarn zu umarmen.
Geschlechtsorgane in Greifnähe
Überhaupt dürfen die Models vor einer Sache ganz sicher keine Angst haben: nackter Haut. Denn zu den klassischen Spencer-Tunick-Stellungen zählt zum Beispiel auch, sich nackt übereinander zu legen. Oder so zu posieren, dass die Geschlechtsorgane der anderen nicht unbedingt sehr weit entfernt von der eigenen Nase baumeln. Auf allen Vieren zum Beispiel.
Wie Spencer Tunick sein jüngstes Projekt in Sydney realisierte, sehen Sie in unserer riesigen Bildergalerie - und einen Rückblick auf seine spektakulären früheren Nackedei-Installationen.
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