Spencer Tunick: Rückblick: Legale Flitzer
2008 posierten im Wiener Ernst-Happel-Stadion 2000 Menschen splitterfasernackt mit und ohne Ball für den Fotografen Spencer Tunick.
Von Andrea Ege
Fußball und Nackte - kaum eine Kombination zieht die Menschen mehr in den Bann. Kein Wunder also, dass sich die Kunstbeauftragten der Initiative "2008 - Österreich am Ball", entschlossen, Spencer Tunick für eines seiner berühmten Foto-Shootings nach Wien zu holen. Und wie immer, wenn sich der New Yorker Künstler ankündigt, standen auch im Heppel-Stadion die ausziehwilligen Freiwilligen Schlange.
Rund sechs Stunden lang harrten sie im Adamskostüm in den verschiedensten Positionen aus, um den Wünschen des Fotografen gerecht zu werden. Mal mimten sie mit ihren Armen ein Flugzeug, dann wieder bekamen sie Bälle als Accessoire, ein andermal kauerten sie in Fötushaltung auf den harten Sitzen des Stadions.
Tunick, der seine Anweisungen wie immer von einem Übersetzer via Megafon an die Akteure übermittelte, zeigte sich wieder einmal als Perfektionist. Die Konsequenz: Nicht selten dauerte es ermüdend lange, bis seine "Landschaftsskulpturen" - so nennt er seine Nacktbilder - so waren, wie es ihm gefiel. Die beinahe 2000 Nackten ließen das Prozedere nichtsdestotrotz geduldig über sich ergeben. Ihr Lohn, wie immer: ein handsigniertes Foto Spencer Tunicks von der Aktion.
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