Spencer Tunick: Rückblick: Eis-Nackedeis
600 Nackte vor eisiger Kulisse - 2007 setzte sich der Starfotograf Spencer Tunick gemeinsam mit Greenpeace für den Klimaschutz ein.
Von Andrea Ege
Wenn Spencer Tunick ruft, dann strömen die Menschen heran und ziehen sich freiwillig aus. Egal wo und egal in welcher Pose. Mal gruppieren sie sich zu riesigen menschlichen Fleischteppichen, mal schweben sie hüllenlos in Reih und Glied über einer Gracht in Amsterdam. Seit 1992 inszeniert der US-Fotograf nackte Menschenmassen an öffentlichen Orten als lebendige Skulpturen. Für das Gletscher-Projekt des Fotografen im Jahr 2007 durften die Statisten nicht gerade kälteempfindlich sein. Um auf die globale Erwärmung aufmerksam zu machen, schickte Tunick seine nackten Freiwilligen in die Kälte: hoch auf einen Gletscher, mitten hinein in die gewaltigen Schneefelder der Schweizer Alpen.
600 Nackedeis gruppierten sich dort zu zwei "lebenden" Skulpturen, eine 300 Menschen groß, die andere bestand aus 600 Menschen. Nach Angaben von Greenpeace zeigte der Wettergott während der Aufnahmen Mitgefühl. Die Temperaturen seien mäßig gewesen und es hätte nur ein leichter Wind geweht. Zudem hätten Pantoffeln und Matten die Nackten vor übermäßiger Auskühlung geschützt.
Mit der Aktion wollten Greenpeace und Tunick auf die Verletzlichkeit der Natur an sich und der Gletscher im Besonderen aufmerksam machen. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation wird im Jahr 2080 das komplette Alpen-Gletschereis verschwunden sein, werden nicht sofort Maßnahmen ergriffen. Allein in den letzten 150 Jahren verloren die Eisfelder bereits ein Drittel ihrer Fläche und rund die Hälfte ihrer Masse.
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