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Reuters Spencer Tunick San Miguel

 

Spencer Tunick: Tunicks  nackte  Geister  des  Totenfests

Zum Tag der Toten in veranstaltet nackt-Künstler Spencer Tunick in Mexiko eine besonderes Happening: 300 Menschen ließ er, nur mit dünnen Stofflaken bedeckt als Geister durch San Miguel schweben.

Von Martin Haldenmair

Die Toten und die Lebenden begegnen sich am Dia del los muertos in Mexiko: Skelette aus Zuckerzeug gibt es zu kaufen, Menschen in wilden Masken bevölkern die Straßen, Blumenmuster und Knochenmotive sind der Schmuck dieser Tage. Das Fest ähnelt Halloween in den USA, ist doch konsequenter: Der gern verdrängte Tod, die Hoffnung auf ein Leben danach und die Furcht vor den Geistern die dazwischen wandeln - all dies wird willkommen geheißen. 2012 war Mexiko um eine Attraktion reicher, nämlich um Spencer Tunicks Geister.

In San Miguel de Allende, in Zentralmexiko nahe Calaca fand das Happening statt. Auf einer taufeuchten Wiese versammelte der Meister der Akt-Installationen 300 Freiwillige, die sich dort ihrer Kleider entledigten. Wie immer gab es keine Diskriminierung in Sachen Alter oder Figur und so stand bald eine bunte Mischung an Menschen in ihrer natürlichen Schönheit in der aufgehenden mexikanischen Sonne. Etwas jünger erscheint auf den ersten Blick der Durchschnitt als bei anderen Installationen Tunicks - in einem katholischen Land wie Mexiko sind die älteren vielleicht etwas konservativer.

Tunick variierte diesmal das Schema seiner Nackt-Installationen. Während er sonst mit einer größeren Zahl an Menschen arbeitet und sie gerne zu Figuren arrangiert, wie beispielsweise im Schlossgarten von Gaasbek oder ebenfalls 2012 in München unter dem Motto des "Rings der Nibelungen", blieb die Gruppe in Mexiko zusammen. Stattdessen bekam jeder Teilnehmer ein hauchdünnes Laken über den nackten Körper. Der leichte Stoff wallte um die Körper herum, und je nachdem, wie das Licht fiel und wie fest die Teilnehmer ihn wickelten, konnte er alles bedecken oder fast komplett durchsichtig werden. Von der Ferne wirkte die Gruppe, als sei sie mit feiner Spinnseide überzogen.

Als weißliche Geister, unter denen sich der nackte Mensch mal nur erahnen, mal erkennen ließ zog die Gruppe über die Wiese, wallten mit den Stoffen und schienen ihren Spaß daran zu haben, in einem tragbaren Nebel einen ganz eigenen Tag der Toten zu begehen.

Eindrücke von dem Shooting und von Tunicks früheren Installationen gewinnen Sie in unserer Bildergalerie der nackten Kunst

Weiterführender Link: Homepage von Spencer Tunick

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