Slacklinen: Coole Schwinger
Sie schwingen sich von knapp über dem Boden bis ganz hoch hinaus: Slacklinen heißt die Sportart, die nicht nur in Deutschland immer mehr Anhänger findet.
Von Andrea Ege
Abgeguckt ist der neue Trend unter den Outdoor-Sportarten aus dem Zirkus. Was die Seiltänzer dort hoch oben und gesichert mit Netzen praktizieren, lässt sich in weniger wagemutigen Höhen mit ein bisschen Übung selbst nachvollziehen. Es trainiert gleichzeitig Balance, Konzentration und Koordination - Fähigkeiten also, die einem auch in anderen Sportarten wie Bergsteigen, Skifahren oder Reiten zugutekommen. So dachten sich das die Pioniere unter den Slacklinern. Und das Konzept ging auf.
Schwingen und balancieren
Tatsächlich aber hat das Slacklinen mit dem, was die Akrobaten unter dem Zirkuszelt so inszenieren, außer dem Wandeln über dem Boden, nicht viel gemein. Beim klassischen Seiltanz nämlich kommt es vor allem auf die Balance im Oberkörper an. Das Seil bewegt sich dabei kaum. Ganz anders jedoch bei der Slackline. Dieser luftige Wandelpfad mit einer Breite von meist rund 25 Millimetern schwingt lustig hin und her, wird er erst betreten. Nur wer mit seinen Beinen kräftig mitschwingt, hat eine Chance, längere Strecken darauf zurückzulegen.
Doch gerade darin besteht, versichern die begeisterten Slackliner, der Spaß. Wer den Dreh einmal heraus hat und sicher auf dem Seil steht, kann sich an die nächsten Herausforderungen wagen: Drehungen, Sprünge, Graps (in die Hocke gehen und auf die Line greifen), Hinlegen oder einen Schneidersitz. Wer gar einen Handstand, einen Spagat oder eine volle Drehung auf dem Seil hinbekommt, darf sich dann zu Recht zu den absoluten Slackline-Profis zählen.
Zwei Pfeiler finden und dann geht's los!
Was den neuen Trend so hip macht, ist zweierlei: Erstens ist die erforderliche Ausrüstung, sprich ein professionelles Slackline, schon ab 60 Euro zu haben und zweitens beginnt der Spaß überall dort, wo sich zwei geeignete Pfeiler zum Festbinden finden - also theoretisch schon im nächsten Park oder gar im eigenen Garten.
Und die Schwierigkeitsstufen sind nach oben offen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Fühlt man sich nur wenige Zentimeter über dem Grund sicher auf dem Seil, kann man stufenweise immer höher hinaus. Bis hin zum Überqueren von Hindernissen wie Bächen oder mehr oder weniger großen Abgründen. Allerdings ist letzteres nur wirklichen Profis anzuraten. Je nachdem, mit welcher Seillänge man sich auf welchen Höhen bewegt, unterteilt sich das Slacklinen in Lowlines, Longlines, Rodeo- bzw. Freestyle-Lines, Highlines und Waterlines.
Events für Fans
Mittlerweile haben sich in vielen Ländern Slackline-Anhänger zusammengeschlossen, die Events organisieren, um die Sportart gemeinsam auszuüben. Und natürlich zeigen sie ihre Künste im Web. Ein Beispiel für Anfänger:
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