Pornotube: Einmal Porno und zurück
Im Internet kann man dank Pornotube, Youporn und Co. Tausende kostenlose Sexfilme schauen. Und damit das Liebesleben ruinieren, meinen Experten.
Von Stephan Seiler
Man kann nun wirklich nicht behaupten, dass Anthony Kiedis schlecht bei Frauen ankäme. Der Frontmann der Red Hot Chili Peppers hatte schon was mit Heidi Klum, Sofia Coppola, Yohanna Logan und Madonna. Trotz dieser überdurchschnittlichen Außenwirkung griff Rocker Anthony jahrelang zu Maus und Tastatur, wenn er es brauchte, wollte oder musste. Kiedis litt unter Pornosucht. Mitte März sagte er dem Online-Klatschservice Gigwise: "Als ich einen Computer hatte, entdeckte ich die grenzenlose Welt der Pornografie. Ich fühlte mich wie unter Drogen. Schließlich musste ich mir selbst versprechen, mit den Sexfilmen aufzuhören."
In den Vereinigten Staaten klicken nach einer repräsentativen Umfrage des US-Männermagazins "Esquire" 60 Prozent der Männer (und sogar mehr als 75 Prozent der 25- bis 34-Jährigen!) Nacktes in bewegten Bildern an. Im Schnitt verbringt jeder von ihnen 2,6 Stunden pro Woche in der virtuellen Schmuddelwelt. Zum Vergleich: Gerade mal 17 Prozent der Frauen lassen sich online an- oder erregen. Männer schauen aber nicht nur mehr, ihnen ist das Thema auch immer weniger peinlich. Rapper Kanye West sieht seine Pornoabhängigkeit als eine Art Statussymbol, dessen Berliner Gettopendant Bushido prahlte in der "Bravo" mit seinem reichhaltigen Fummelfilm-Archiv. Porno als salonfähige Plauderei im Büroflur, in der Fußballkneipe, beim Sport.
Den Auslöser dieses Pornobooms muss man in einem Glasbetonbau am Rande der Ostküsten-Stadt Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina suchen. Dort ist Pornotube beheimatet, die Internetseite also, die 2006 ein 1200-prozentiges Wachstum der Klickzahlen verbuchen konnte. Pornotube - das ist Youtube mit Sexvideos. Jeder kann zuschauen, jeder kann Filme hochladen, kostenlos. Natürlich, die Symbiose aus Porno und Internet wurde nicht in Charlotte erfunden, sie ist fast genauso alt wie das kommerzielle, Anfang der neunziger Jahre entwickelte World Wide Web. Doch erst durch Pornotube kam im vergangenen Jahr der sexuelle Big Bang. Denn die Seite bot erstmals eine Plattform für nahezu alle erotischen Vorlieben, ohne dafür Geld zu verlangen.
User haben die Möglichkeit, zwischen Zuschauer- und Darstellerrolle hin- und herzuschalten. Per Video-Handy oder Digicam wird man selbst zum Pornostar und sendet seinen persönlichen Schweinkram via Internet in die abgedunkelten Zimmer dieser Welt. 14 Millionen Mal wird Pornotube am Tag angeklickt, jeder 50. Besucher stammt aus Deutschland. Aufmerksam wurden die meisten Surfer erst, als ein Video auftauchte, das Britney Spears beim Geschlechtsverkehr mit Kevin Federline zeigte. Kurz darauf feierte das US-Magazin "T3" die Sexpage bereits als wichtigste Adresse im Internet. Für viele Surfer dürfte sie das tatsächlich sein. Dank DSL und Wireless-LAN immer verfügbar, stets bereit.
Doch was tun, wenn man vom Schmuddelkram einfach nicht genug kriegt? Die Antworten gibt es in der MAX Ausgabe 05!
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Leser-Kommentare (9)
Eindeutig
zu viele sexfilme machen alles kaputt, ein bekanter von mir hat sich sogar scheiden lassen deswegen, er wollte das seine frau alles macht wie in den pornos. Lieber keine zeit verschweden mit den Filmen sondern sich mehr um seine frau oder freundin kümmer!

















