Klick-Beziehungen: Casual Sex
Willkommen im Netz: "honigmund86", "Chef-Baby", "LisaSimpson" und "luvly" suchen und finden Sex im Internet. Ganz real und völlig selbstverständlich - Casual Sex ist der Trend des Jahres. Ein Blick hinter die Masken.
Von Andrea Hacke und Alain Bieber
"Ich habe keine Lust zu warten, bis mein Märchenprinz auf seinem Gaul vorbeigeritten kommt. Ich will mich austoben, was erleben", erzählt honigmund86, Typ Berliner Göre mit rotblonden Locken und keckem Blick. Sie ist 21, studiert in Berlin und ist eine von rund sieben Millionen Deutschen, die regelmäßig auf die virtuelle Pirsch gehen. Singlebörsen sind die Balzplätze des 21. Jahrhunderts. Vor allem für die Schüchternen, Erfolglosen und Unersättlichen.
Tabuloser Sex dank Internet
"Ich bin dann wohl eher der unersättliche Typ!", gesteht honigmund86 schnell und lächelt lasziv. Sie will nicht "erst zehn Wochen lang chatten" und erst recht keine feste Beziehung: Sie sucht nach tabulosem Sex, nach einem erotischen Abenteuer. Und sie ist überzeugt: "Die wahre Liebe findet man im Internet nicht, aber guten Sex schon!"
Ihre erotische Dauerbeziehung nennt sie ganz unverklemmt "Mein Fickfreund", und auch wenn nachts mal jemand wild stöhnend auf dem Handy anruft, findet sie das eher lustig als störend. "Ach, eine Bitte noch", mailt sie einen Tag nach unserem Blind Date, "lass mich nicht wie eine Nymphomanin klingen, sondern wie eine Frau, die gerne Spaß hat und sich austoben will, bevor sie heiratet und Kinder bekommt!! *lach*"
Chattest du noch oder poppst du schon?
Honigmund86 ist kein kurioser Einzelfall. Die Zeit der triebnavigierten Informatiker ist vorbei, auch immer mehr Frauen suchen heute nach der schnellen Klickbeziehung. "Casual Sex" nennt sich dieses Phänomen. Das ist irgendwie mehr als ein One-Night-Stand, aber auch weniger als eine Affäre. Die junge Online-Night-Stand-Generation lebt ganz nach dem Motto: Chattest du noch oder poppst du schon?
Man lernt sich online kennen - mag, trifft und liebt sich. Regelmäßig, tabulos und ungezwungen. Warum? Weil wir alle einfach "oversexed and underfucked", ewig jung und ewig frei, immer unzufrieden mit uns, unserem Sexualleben und der Welt sind - so beschreibt Ariadne von Schirach in ihrem Buch "Der Tanz um die Lust" (Goldmann-TB) treffend dieses neuartige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit.
Partnersuche mit Gottes Segen
Und dabei bedient das Internet jede Neigung und Nische: Es gibt Singlebörsen für Landwirte (landflirt.de), SM-Freunde (sklavenvermittlung.de), Hundeliebhaber (dogspot.de), Schwule (gayromeo.com), Swinger (poppen.de) oder Katholiken (kathtreff.org). "Beten Sie täglich um den richtigen Ehepartner und vertrauen Sie während Ihrer Suche ganz auf Gott", rät das Heiratsportal für gläubige Katholiken. Während das Sex-Dating-Portal FirstAffair.de Tipps für den perfekten Seitensprung gibt: "Wenn Sie bisher nur Blümchensex praktizierten und plötzlich die beim Liebhaber erlernten SM-Praktiken auspacken, werden Sie auch den ignorantesten Ehepartner zum Nachdenken bringen."
Und die Erregung wächst. Laut einer Studie im Auftrag des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) wird der Umsatz von Dating-Plattformen dieses Jahr auf rund 85 Millionen Euro steigen. Und wird damit bedeutender als der Markt für Musik-Downloads. Vor allem Social-Networking-Plattformen oder Fun-Communities sind im Trend.
Den kompletten Artikel finden Sie in der MAX Ausgabe 11/2007. Weiter geht's mit den ganz persönlichen Dating-Erfahrungen
- Hier können Sie einen passenden und weiterführenden Link zum Thema vorschlagen.
Leser-Kommentare (4)
geil
meine lieben girls, ich warte auf euch!





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